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Michstraße: Weltraumteleskop "Gaia" kartiert mehr als 1 Milliarde Sterne

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ESA zeigt spektakuläre Bilder der Milchstraße  

Weltraumteleskop "Gaia" hat mehr als 1 Milliarde Sterne kartiert

15.09.2016, 11:04 Uhr | AFP

Michstraße: Weltraumteleskop "Gaia" kartiert mehr als 1 Milliarde Sterne. Das Weltraumteleskop "Gaia" hat 1 Milliarde Sterne in der Milchstraße kartiert. (Quelle: dpa)

Das Weltraumteleskop "Gaia" hat 1 Milliarde Sterne in der Milchstraße kartiert. (Quelle: dpa)

Bei der Vermessung der Milchstraße ist den Forschern ein erster Meilenstein gelungen. Die Europäische Weltraumagentur ESA hat in Madrid einen mit Spannung erwarteten ersten Katalog mit 1,15 Milliarden Sternen der Galaxis veröffentlicht, der auf Daten des Ende 2013 ins All gestarteten und weltweit einzigartigen Astronomieteleskops "Gaia" beruht.

Der Sternkatalog gibt hochgenau Positionen und Helligkeiten der Sterne an und ist damit die bislang größte und detaillierteste Karte unserer Milchstraße. "Gaia" vermisst seit Juni 2014 dreidimensional die Milchstraße - aus einer Position eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Mit den Endergebnissen der spektakulären Weltraummission wird im Jahr 2023 gerechnet, wie die Universität Heidelberg mitteilte.

"Gaia" verfügt über riesige Weltraum-Digitalkamera

Die "Gaia"-Raumsonde verfügt über die größte Digitalkamera, die je für den Weltraum gebaut wurde. Mit einer Auflösung von fast einer Milliarde Pixel ist sie Teil eines hochkomplexen Teleskopsystems des Forschungssatelliten. Die Genauigkeit der "Gaia"-Messungen bei den helleren der kartierten Sterne entspricht der Größe einer Ein-Euro-Münze auf dem Mond - von der Erde ausgesehen.

Das Weltraumteleskop "Gaia" hat 1 Milliarde Sterne in der Milchstraße kartiert. (Quelle: dpa)Das Weltraumteleskop "Gaia" hat 1 Milliarde Sterne in der Milchstraße kartiert. (Quelle: dpa)

Anders ausgedrückt: "Gaia" könnte nach Wissenschaftlerangaben ein einzelnes Haar aus einer Entfernung von bis zu tausend Kilometern erkennen. Von dem dreidimensionalen Abbild unserer Galaxie erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über Entstehung, Ursprung und heutiges Aussehen der Milchstraße. "Gaia" soll unter anderem die Fragen beantworten, wie genau die Spiralarme unserer Galaxie entstanden sind und welche Materienströme die Milchstraße durchziehen.

Teleskop "Gaia" wird zu Entdeckungsmaschine

Bei ihrer Himmelsdurchmusterung spürt die nach der Erdgöttin der griechischen Mythologie benannte "Gaia"-Sonde Objekte im All auf, die hunderttausende Male lichtschwächer sind als jene, die wir mit bloßem Auge sehen können. Damit dürfte "Gaia" zu einer wahren Entdeckungsmaschine werden und den Wissenschaftlern eine Vielzahl neuer Forschungsansätze liefern.

So könnte die Sonde im Verlauf ihrer Mission tausende Planeten aufspüren, die um fremde Sonnen kreisen, außerdem eine große Zahl von Asteroiden und Kometen innerhalb unseres Sonnensystems. Gebaut wurde "Gaia" vom Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space. Die von Gaia gesendeten Daten werden dem Unternehmen zufolge in den ESA-Bodenstationen im spanischen Cebreros und im australischen New Norcia über Parabolantennen empfangen.

Ergebnisse läuten neue Ära in der Astronomie ein

"Die derzeitigen Ergebnisse läuten eine neue Ära in der Astronomie ein", erklärte der Leiter von Space Systems bei Airbus Defence and Space, Nicolas Chamussy. "Mit dem sprunghaften Anstieg an präzisen Daten erhalten Astronomen neue Informationen über die Dynamik und die Entstehung unserer Galaxie sowie über hunderttausende neue Objekte innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems."

Maßgeblich an der Mission beteiligt ist das Astronomische Recheninstitut (ARI) am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg. "Das ARI war von Beginn der Mission im Jahr 1992 an eine der treibenden Kräfte und stets an führender Position beteiligt", erklärte Ulrich Bastian vom ARI.

Bastian ist einer der sechs "Gründerväter" von "Gaia" und gehörte von 1993 bis 2016 zum Leitungsteam der Mission. Unter anderem organisiert und leitet das ARI die gesamte Datenverarbeitungskette von den Rohdaten des Satelliten bis zu den daraus abgeleiteten endgültigen Positionen, Bewegungen und Entfernungen der Sterne.

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