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Schlagabtausch vor Start der Metall-Tarifrunde in Bayern

15.11.2017, 14:29 Uhr | dpa

Schlagabtausch vor Start der Metall-Tarifrunde in Bayern. Bertram Brossardt

Hauptgeschäftsführer vbm, Bertram Brossardt. Foto: Matthias Balk/Archiv (Quelle: dpa)

Vor Beginn der Tarifverhandlungen für die bayerische Metall- und Elektroindustrie an diesem Donnerstag liegen die Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaft weit auseinander. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes vbm, Bertram Brossardt, warf der IG Metall am Mittwoch vor, ihre Forderungen seien "unvernünftig und realitätsfern" und damit ein "Sprengsatz für die Tarifbindung".

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten in Bayern 6 Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Sie sollen ihre Wochenarbeitszeit bei einem teilweisen Teillohnausgleich von 35 auf 28 Stunden reduzieren dürfen. Zwei Beschäftigtengruppen sollen bei der Verkürzung der Arbeitszeit einen Lohnzuschuss erhalten: Schichtarbeiter sowie Beschäftigte in "anderen belastenden Arbeitszeitmodellen" und Arbeitnehmer, die Kinder unter 14 Jahren erziehen oder Angehörige pflegen.

Die Arbeitgeber sehen darin eine Art "Anreizprämie". Denn der Nettoverlust in den unteren Entgeltgruppen würde lediglich 30 bis 70 Euro monatlich betragen - für einen Tag frei in der Woche. "Diese Forderung verschärft den Fachkräftemangel, schafft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben und hat als zwingenden Nebeneffekt Teilzeitstellen auf Zeit mit einem sehr geringen Stundenumfang - die die IG Metall prekär nennt", sagte Brossardt.

Dagegen entgegnete Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler, die Gewerkschaft wolle mit ihren Forderungen die Zukunft der Beschäftigten sichern. "Der vbm versteht unter Flexibilität, dass die Arbeitgeber allein über die Arbeitszeit der Beschäftigten bestimmen und verfügen. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Die Beschäftigten stellten heute größere Ansprüche an die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Sie wollten über ihre Arbeitszeit mitbestimmen.

Die erste Tarifverhandlung in Bayern findet am diesem Donnerstag (16. November) in Schweinfurt statt. Von Januar an sind Warnstreiks möglich. Von den 839 000 Beschäftigten in der Branche im Freistaat arbeiten 475 000 in tarifgebundenen Betrieben.

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