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Siemens bringt Gewerkschaften und Politiker gegen sich auf

17.11.2017, 21:28 Uhr | dpa

Siemens bringt Gewerkschaften und Politiker gegen sich auf. Siemens

Ein Passant geht am Eingang des Gasturbinenwerkes von Siemens vorbei. Foto:Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)

Die Pläne von Siemens, trotz zuletzt hoher Gewinne weltweit 6900 Stellen abzubauen, haben bei der Berliner Belegschaft Wut und Unverständnis ausgelöst. Rund 1300 Beschäftigte am Standort Berlin beteiligten sich nach Angaben der IG-Metall am Freitagmorgen an einer Kundgebung auf dem Firmengelände. "Wir werden die Stadt und die Politik mobilisieren, für den Erhalt aller Siemens-Arbeitsplätze in Berlin", rief der Geschäftsführer der IG-Metall Berlin, Klaus Abel, den Demonstranten zu.

"Die Beschäftigten des Dynamowerks haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie um ihre Arbeitsplätze kämpfen", sagte Abel. Politiker aus Bezirks-, Landes- und Bundesebene beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft an der Kundgebung, zu der die IG-Metall aufgerufen hatte. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Pläne als "Katastrophe für den Standort" und sicherte der IG-Metall Unterstützung im Kampf um die Arbeitsplätze zu.

Betriebsratssprecher Günter Augustat unterstrich in der RBB-"Abendschau", dass auch künftig die Produkte des Dynamowerks benötigt würden. Die Fertigung müsse im Dynamowerk bleiben - sonst ergebe auch die Forschung am Standort in Zukunft keinen Sinn. Die Belegschaft erhoffe sich Druck von der Politik auf den Konzern, um die Produktion zu erhalten.

Die SPD Berlin kündigte rotest an. Vor dem Hintergrund von Milliardengewinnen, die das Unternehmen erwirtschafte, seien Entlassungen unverständlich, teilte die Partei mit. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) bezeichnete die Pläne als "nicht hinnehmbar". Er erwarte "von einem traditionsreichen und starken Unternehmen wie Siemens mehr Vertrauen und ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Zukunft in den ostdeutschen Bundesländern", teilte Müller am Freitag mit.

Der Konzern dürfe seine soziale Verantwortung nicht ignorieren und forderte von Siemens-Vorstand Joe Kaeser ein Bekenntnis zum Industriestandort Ost. Wer diesen leichtfertig aufs Spiel setze, gefährde den sozialen Frieden in ganz Deutschland. "Daher darf auch Bundeskanzlerin Merkel nicht tatenlos zusehen", forderte Müller.

Der SPD-Politiker besucht nach Angaben der IG-Metall am kommenden Montag das Gasturbinenwerk in dem nach dem Konzern benannten Ortsteil Siemensstadt. Die Beschäftigten wollen dann eine Menschenkette um das traditionsreiche Werk bilden, in dem allein 570 Stellen abgebaut werden sollen. Auch Wirtschaftssenatorin Ramona Popp (Grüne) will daran teilnehmen und mit den Angestellten sprechen. Der Senat bemühe sich derzeit noch, Siemens umzustimmen, sagte Popp dem Radiosender "105'5 Spreeradio". "Insofern werden wir alles Menschenmögliche tun, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten".

Die IG-Metall kündigte weitere Protest-Aktionen in der kommenden Woche an. So soll es am Donnerstag vor einer Betriebsräte-Tagung in Berlin-Neukölln eine Kundgebung mit Autokorso geben. Die Gewerkschaft erwartet dafür bis zu 3000 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Auch an anderen Siemens-Standorten in Deutschland hatten Freitag und am Vortag Hunderte Angestellte gegen die Pläne protestiert. Die Berliner Industrie- und Handelskammer reagierte verhalten auf die Pläne von Siemens. Der Schritt zeige, dass Herausforderungen wie die Energiewende und Digitalisierung die Industrie verändern würde, teilte die Kammer mit.

Siemens will in den kommenden Jahren weltweit 6900 Stellen abbauen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Allein in Berlin will der Konzern 870 Arbeitsplätze streichen. Die Schließung des traditionsreichen Dynamowerks sei aber "nicht vorgesehen". Zwei Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen dagegen geschlossen werden.

Siemens reagiert mit seinen Plänen auf die schwache Nachfrage nach Gasturbinen für Kraftwerke und großen Elektromotoren für die Industrie. Insgesamt meldete der Mischkonzern für das Geschäftsjahr 2016/2017 einen Gewinn von mehr als sechs Milliarden Euro.

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