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Kirche: Wir haben Unrecht in DDR nicht genug widersprochen

22.11.2017, 14:29 Uhr | dpa

Kirche: Wir haben Unrecht in DDR nicht genug widersprochen. Ilse Junkermann

Ilse Junkermann ist Landesbischöfin in Mitteldeutschland. Foto: Martin Schutt/Archiv (Quelle: dpa)

Mit einer klaren Entschuldigung für mangelnde Unterstützung in der DDR-Zeit hat in Erfurt die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) begonnen. Das am Mittwoch in der Michaeliskirche verlesene "Bußwort" richtete sich an all jene, die in der DDR-Diktatur von der evangelischen Kirche nicht ausreichend unterstützt wurden. "Viele Christen haben widerstanden, sich nicht erpressen lassen und locken lassen", heißt es in der vom Landeskirchenrat verabschiedeten Erklärung. "Angesichts dieser Erfahrung bekennen wir: Wir haben dem staatlichen Druck oft nicht standgehalten. Wir haben Fürbitte und Fürsprache geleistet, Unrecht jedoch nicht oft deutlich genug widersprochen."

In der Erklärung am Bußtag 2017 heißt es weiter: "Wir beklagen, dem SED-Staat nicht klarer und kompromissloser entgegengetreten zu sein." Bisher hätten sie sich nicht in der nötigen Weise der zu geringen Unterstützung für die Menschen gestellt, "die in der Landwirtschaft, dem Handwerk und anderswo enteignet wurden, den von Zwangsaussiedlungen und Entheimatung Betroffenen, den politischen Gefangenen in der DDR und den in den Suizid Getriebenen."

Die Thüringer Kulturstaatssekretärin Babette Winter erklärte: "Damit setzt die Evangelische Kirche ein starkes Zeichen für die Gesellschaft - in Richtung Opfer und Betroffene." Sie hoffe, das dass "Bußwort" der evangelischen Kirche in der Gesellschaft offen aufgenommen werde und es viele Menschen zum Anlass nehmen, über die Vergangenheit und dem Umgang mit ihr bis in die Gegenwart nachzudenken.

Die EKM beklagte auch alle Fälle, in denen Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter mit staatlichen Stellen konspiriert, Vertrauen verletzt und anderen Schaden zugefügt haben - und auch, "dass wir unsere Verflochtenheit in diese Schuld bis heute nicht bekennen."

27 Jahre nach dem Ende der DDR sehe die Kirche noch immer die gestörten Beziehungen in der Gesellschaft und die Verletzungen. "Wir wollen das uns Mögliche für eine Heilung der Erinnerung und für Versöhnung tun", erklärte der Landeskirchenrat.

Die Herbstsynode tagt bis Samstag in Erfurt und wird unter anderem den Haushalt 2018 beschließen. Der EKM gehören etwa 747 000 evangelische Christen an, die meisten davon in Thüringen und Sachsen- Anhalt.

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