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Deutscher Sporthandel schwächelt

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Deutscher Sporthandel schwächelt

28.01.2018, 14:39 Uhr | dpa

Deutscher Sporthandel schwächelt. Ein Verkäufer sucht für einen Kunden Skischuhe

Ein Verkäufer sucht für einen Kunden ein Paar Skischuhe. Foto: David Ebener/Archiv (Quelle: dpa)

Fitnessboom und Kauflaune helfen dem deutschen Sporthandel nicht auf die Beine: Die zwei großen Ketten Intersport und Sport 2000 verbuchten im vergangenen Jahr nur ein sehr mageres Umsatzwachstum von jeweils einem Prozent - obwohl der Einzelhandel insgesamt florierte und Fitness und Outdoorsport nach wie vor große Freizeittrends sind. Intersport-Chef Kim Roether machte dafür am Sonntag in München geändertes Konsumverhalten verantwortlich: "Der Endverbraucher gibt in anderen Bereichen sein Geld aus." Anstelle von Sport- kauften viele Menschen inzwischen eher Lifestyleprodukte oder verwendeten ihr Geld für Reisen.

Und auch der Trend zum Leihen macht den Geschäften zu schaffen. Ein Beispiel: Von den geschätzt über sechs Millionen Skifahrern in Deutschland leihen sich laut Intersport inzwischen gut zwei Drittel ihre Ausrüstung. Nur zwei Millionen kaufen sich demnach noch ihre Skier, und das im statistischen Schnitt auch nur alle sechs bis acht Jahre. Auch bei Fahrrädern und E-Bikes steigen die Verleihzahlen.

Die knapp 1500 Intersport-Geschäfte in Deutschland setzten im vergangenen Jahr gut 2,9 Milliarden Euro um, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der Konkurrenzkette Sport 2000 mit 1300 Geschäften sah es ganz ähnlich aus: Die Umsätze stiegen ebenfalls um ein Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Der deutsche Einzelhandel insgesamt aber hat 2017 nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts ein Rekordwachstum von knapp fünf Prozent hingelegt.

Die Geschäfte der Sporthändler sind stark vom Wetter abhängig: Ist der Sommer nass, kaufen die Bürger weniger Badehosen; in warmen Wintern gehen weniger Ski über die Ladentische. "Wir haben einen ganz neuen Kunden, der deutlich spontaner ist", sagte Roether. 2018 könnte besser werden - dank der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. "Eine EM oder eine WM hat immer gleich einen Niederschlag in unseren Umsatzzahlen", betonte Roether.   

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