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Ein Jahr im Gefängnis: Autokorso und Lesung für Deniz Yücel

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Ein Jahr im Gefängnis: Autokorso und Lesung für Deniz Yücel

14.02.2018, 23:08 Uhr | dpa

Ein Jahr im Gefängnis: Autokorso und Lesung für Deniz Yücel. Autokorso für Deniz Yücel in Berlin

Mit einem Autokorso demonstrieren Unterstützer des Journalisten Deniz Yücel. Foto: Kay Nietfeld (Quelle: dpa)

Mit einem hupenden Autokorso und einer prominent besetzten Lesung haben Unterstützer des Journalisten Deniz Yücel in Berlin an den ersten Jahrestag seiner Inhaftierung in der Türkei erinnert. Unter den rund 700 Gästen im Festsaal Kreuzberg waren am Mittwochabend unter anderem der Sänger Herbert Grönemeyer, die TV-Journalistin Anne Will sowie die Schauspieler Mark Waschke und Hanna Schygulla. Sie forderten die sofortige Freilassung des "Welt"-Korrespondenten.

Die Journalistin Doris Akrap las eine Mitteilung Yücels vor, der sich bei seinen Unterstützern bedankte und erklärte, er mache sich keine Sorgen: "Für manches lohnt es sich, zu kämpfen." Weiter sagte er: "Mit Sorge allein kommt man nicht weit." Die Botschaft stamme vom Dienstag und sei über Yücels Anwälte geschickt worden, hieß es.

Die prominenten Gäste lasen Ausschnitte aus Yücels neuem Buch "Wir sind ja nicht zum Spaß hier". Es umfasst Texte aus den vergangenen 13 Jahren sowie zwei weitere, die Yücel in Haft verfasst hat. Während der Lesung wurde viel gelacht - doch es gab auch immer wieder bewegende Momente. Außerdem gab es musikalische Auftritte: Der russisch-deutsche Pianist Igor Levit, Tomte-Sänger Thees Uhlmann und eine kurdische Sängerin traten auf.

Zuvor hatte ein Autokorso mit rund 30 Wagen lautstark auf die Situation Yücels aufmerksam gemacht. Zu beiden Aktionen hatte der Freundeskreis #FreeDeniz aufgerufen.

Am Mittwoch vor einem Jahr war der 44-Jährige in Istanbul festgenommen worden. Kurz darauf war wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen ihn verhängt worden. Bis heute hat die Staatsanwaltschaft keine Anklageschrift vorgelegt. Dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim zufolge könnte jetzt aber Bewegung in den Fall kommen. Er sagte den ARD-Tagesthemen vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag, dass er hoffe, dass Yücel in kurzer Zeit freigelassen werde.

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