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Luxus-Taubenhaus seit Umzug unbewohnt

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Luxus-Taubenhaus seit Umzug unbewohnt

18.02.2018, 08:49 Uhr | dpa

Luxus-Taubenhaus seit Umzug unbewohnt. Taubenhaus

Eine Tierpflegerin vom Tierschutzverein für Berlin im Taubenhaus. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv (Quelle: dpa)

Das Luxus-Taubenhaus vom Potsdamer Platz steht auch gut ein Jahr nach seinem Umzug zum Südkreuz leer. Es werde nicht genutzt, so lange die Tauben im Bahnhof noch andere Brutmöglichkeiten fänden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Deutschen Presse-Agentur. "Erst, wenn diese Zugänge verschlossen sind, ist eine Besiedelung des Taubenhauses sinnvoll", erläuterte er. Allerdings sei unklar, wann die Löcher im Bahnhof geschlossen werden sollen.

"Die Bahn muss endlich ihre Hausaufgaben machen", forderte Taubenexpertin Almut Malone. Sie hatte dafür gesorgt, dass das am Potsdamer Platz nicht mehr genutzte Taubenhaus nicht verschrottet, sondern an anderer Stelle wieder aufgebaut wird.

Das Taubenhaus stand seit 2012 etwa vier Jahre auf einem Dach am Potsdamer Platz. Es half dort, den Taubenbestand und somit den Dreck zu reduzieren. Regelmäßig wurden die Eier brütender Tauben von Tierschützern gegen Attrappen ausgetauscht. Da die Tiere sich am liebsten im Schlag aufhalten und dort auch den Großteil des Kots hinterlassen, landete weniger Dreck in der Umgebung. Weil das einst 100 000 Euro teure Taubenhaus aber einer Dachterrasse weichen musste, wurde es abgebaut.

Malone forderte, dass die Bahn endlich die Nistplätze im Bahnhof schließt. "Sonst haben wir da einen überdachten Brutplatz", kritisiert sie. "Hier gab es mal die Planungen, den Bahnhof komplett durch einen Fachmann prüfen und bewerten zu lassen, daraus sollten Konzepte erarbeitet werden und mit den Tierschützern gemeinsam diskutiert werden", sagt der Bahnsprecher. Es gebe aber derzeit keine neuen Erkenntnisse.

Das noch nicht genutzte Taubenhaus am Bahnhof Südkreuz sei aber ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Viele Bahnhöfe hätten Probleme mit Tauben und tierschutzwidriger Taubenabwehr, sagte Malone. "Eigentlich müsste die Bahn in Berlin Taubenschläge im Umfeld von mindestens 30 Bahnhöfen einrichten", sagte die Tiermedizinerin.

In der ganzen Stadt seien etwa 100 solcher kontrollierten Taubenschläge nötig. Momentan gebe es aber nur fünf, davon vier in wenig geeigneten Bauwagen. Jede Taube produziere schätzungsweise bis zu drei Kilo Trockenkot pro Jahr. "Das größte Problem ist nicht der durch intelligentere Abwehr ebenfalls vermeidbare Dreck, sondern der erbärmliche Zustand vieler Straßentiere, nicht nur Tauben", sagt Malone.

Die Zahl der wildlebenden Tauben schätzt Malone, die gerade ein Gutachten für den Senat erstellt hat, auf höchstens 20 000. Es handelt sich um Straßentiere, die als verwilderte Haustauben immer ein Dach über dem Kopf suchen werden.

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