Prozesse

Ex-Frau mit Diesel übergossen: Prozessbeginn mit Geständnis

09.03.2018, 13:48 Uhr | dpa

Das Landgericht und Amtsgericht in Frankfurt am Main (Hessen). Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv

Diesen Artikel teilen

Zum Auftakt des Prozesses gegen einen Mann, der seine Ex-Frau mit Diesel überschüttet haben soll, hat der Angeklagte am Freitag ein Geständnis abgelegt. Die Anklage legt dem 69 Jahre alten Südkoreaner vor dem Landgericht Frankfurt gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Verstöße gegen Gewaltschutzvorschriften zur Last. Einem rechtlichen Hinweis des Gerichts zufolge könnte auch eine versuchte räuberische Erpressung in Betracht kommen.

In dem Verfahren geht es um zwei Vorfälle, die sich beide in einem Asia-Geschäft in Eschborn (Main-Taunus-Kreis) ereignet haben sollen, in dem die Frau angestellt war. Im Dezember 2016 wurde das Opfer demnach von dem Angeklagten gewürgt. Im Juni vergangenen Jahres erschien er mit einer halbvollen Flasche Diesel und schüttete ihn über die schreiende Frau. Er verstieß laut Anklage seinerzeit auch gegen eine bereits früher verhängte gerichtliche Kontaktsperre. Nach diesem Zwischenfall war der 69-Jährige in Untersuchungshaft gekommen.

Vor Gericht räumte der 69-Jährige am Freitag beide Taten ein. Er habe aus blanker Geldnot nicht mehr ein noch aus gewusst. "Ich war am Ende. Ich bin ausgerastet", sagte er. Weil er bei gescheiterten Aktivitäten in der Gastronomie Schulden angesammelt habe, seien diverse Immobilien von der Frau auf den Sohn übertragen worden, so dass er völlig ohne Geld dagestanden habe. Die Strafkammer hat vorerst drei weitere Verhandlungstage bis Ende März anberaumt. 

Diesen Artikel teilen