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Ägypten: Öl verschmutzt Küste von Hurghada

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Ölteppich vor ägyptischer Badeküste

21.07.2010, 17:06 Uhr | ak, dapd

Ölteppich vor ägyptischer Badeküste. Arbeiter in Hurghada am Roten Meer säubern einen Strand. (Foto: dpa)

Arbeiter in Hurghada am Roten Meer säubern einen Strand. (Foto: dpa)

 

Vor der Küste des ägyptischen Badeortes Hurghada am Roten Meer treibt nach einem Leck in einer Bohrplattform ein Ölteppich. Auch Urlauberstrände wurden verschmutzt.

Ein ägyptischer Regierungssprecher erklärte am Montag, die Menge sei "begrenzt", nannte aber keine Einzelheiten. Der Ölteppich sei in der vergangenen Woche entdeckt worden und inzwischen weitgehend eingedämmt, sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur MENA zufolge.

Inseln verschmutzt

Amr Ali von der Vereinigung zum Umweltschutz in Hurghada (HEPCA), die die Verschmutzung öffentlich gemacht hatte, widersprach gegenüber t-online.de den offiziellen Ausführungen: "Das Leck war für drei Tage unter Kontrolle, aber seit gestern kommt wieder neues Öl hinzu. Das zeigt, das es ein Problem gibt, dass noch nicht unter Kontrolle ist." Vermutlich laufe seit vergangenen Dienstag - also bereits eine Woche - Öl ins Meer.

Mehrere Strände in Hurghada seien verschmutzt worden, wobei es sich nicht um einen flächendeckenden Ölfilm gehandelt habe, so Ali. "Die Maßnahmen zur Beseitigung der Verschmutzung waren sehr gut." Allerdings bezogen sich diese vor allem auf die Touristenstrände. Mehrere Inseln mit unberührter Natur weiter nördlich sind nach Angaben von HEPCA noch stark verschmutzt, Vögel tot oder ölverschmiert.

Proben sollen Schuldigen finden

Mit der Reaktion der Behörden sind die Umweltschützer ganz und gar nicht zufrieden: "Wir sind nicht damit einverstanden, dass das Ölministerium komplett leugnet, dass überhaupt so etwas passiert ist. Und darüber, dass das Umweltministerium bis zu diesem Moment kein Statement herausgegeben hat, dass eine bestimmte Plattform und ihr Betreiber für das Unglück verurteilt oder anklagt wird", so Ali. Außerdem habe bisher noch kein Ölkonzern, der dort Ölplattformen betreibt, Verantwortung übernommen, moniert Ali.

"Wir haben jetzt die Erlaubnis bekommen, Proben vom Öl am Strand und von verschiedenen Plattformen zu nehmen. Diese werden jetzt im Labor abgeglichen." Im Laufe des Tages rechnen die Umweltschützer mit einem Ergebnis. Dann wird klar, woher das Öl ins Meer läuft. Wie groß die Verschmutzung genau ist und wie viel Liter Öl austreten, kann der Experte nicht beziffern. Die Umweltorganisation will rechtliche Schritte unternehmen, damit so eine Katastrophe nicht noch einmal passiert.

Alte Plattformen

"Wir kümmern uns jetzt in erster Linie darum, das Öl zu beseitigen. Auch wenn die Ölindustrie sagt, dass es sich nur um einen kleinen Schaden handele, ist der Schaden für die Tourismusbranche, aber vor allem für die Umwelt groß. Die Natur kann man nicht ersetzen."

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sollen viele Ölkonzerne Erkundungen in unmittelbarer Nähe zu einem Nationalpark durchgeführt haben. Doch die Plattformen seien teilweise rund 30 Jahre alt. "Das Umweltministerium muss jetzt Schadensbegrenzung betreiben." Die Plattformen müssten dringend modernisiert werden oder die Behörden müssten striktere Auflagen herausgeben, so Ali.

Eine Entwarnung kann der Experte allerdings geben: Eine Ölpest von dem Ausmaß wie im Golf von Mexiko erwartet er nicht. "Ich denke wir haben den Höhepunkt überschritten."

Der Badeort Hurghada ist eines der wichtigsten Touristenzentren in Ägypten. Die Regierung schwieg tagelang zu dem Ölunfall. Grund dafür ist möglicherweise die Sorge, dass der Ölteppich Touristen verschrecken könnte.

 
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