21.11.2012, 16:09 Uhr | t-online.de
Der Rhein mit Niedrigwasser: Ein Anblick, der für unsere Kinder und Enkel trauriger Alltag werden könnte (Quelle: dapd)
Mehr Überschwemmungen, ähnlich wie die Elbflut von 2002, aber auch Hitzerekorde von 42 Grad und mehr: Das bedeutet der Klimawandel für Deutschland. Flüsse wie der Rhein könnten „öfters mal austrocknen“, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Wochenzeitung "Die Zeit".
Die Potsdamer Forscher gehen dabei von einem Zeitraum bis zum Ende des Jahrhunderts aus: Wenn die Politik nicht einschreitet und alles so bleibt wie es ist, rechnen sie damit, dass die Erwärmung um vier Grad zunehmen wird. Nach Auskunft des Instituts ist in den nächsten 90 Jahren dann auch mit den entsprechenden Folgen zu rechnen - dass zum Beispiel eben der Pegel des Rheins um einiges stärker schwankt, als er es jetzt schon tut.
Die Warnung Schellnhubers ergeht kurz vor dem Weltklimagipfel in Doha. Auch wenn Deutschland zu jenen Weltregionen gehöre, die der Klimawandel am spätesten treffe, rückten "die Tage des Wandels näher", so Schellnhuber gegenüber der "Zeit".
Einem regelrechten "Klimaschock" würden Bewohner tropischer Gegenden ausgesetzt. Die großen Regenwälder würden auf Dauer wohl nicht überleben, so Schellnhuber im "Zeit"-Interview. Und Afrika geriete "regelrecht in einen Schraubstock": Für die stark wachsende Bevölkerung gäbe es noch weniger Nahrung. Dass es dann noch mehr Hungertote und Abtreibungen geben werde, findet Schellnhuber "unerträglich".
Nach Ansicht des PIK-Direktors sind die Folgen einer ungebremsten Erderwärmung "dermaßen abschreckend, dass wir alles daransetzen sollten, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen". Schellnhuber räumte ein, dies sei schwierig; technisch und ökonomisch spreche aber "im Prinzip nichts dagegen". Was bisher fehle, sei allein "politischer Wille", so der Klimaforscher nach 17 bislang erfolglosen Klimakonferenzen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Klimapolitik "dramatische Maßnahmen gegen eine dramatische Bedrohung" beschließe , liege "bei vielleicht zehn Prozent", so Schellnhuber in der "Zeit". Es lohne sich aber, um diese "Restchance" zu kämpfen.
Quelle: t-online.de
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