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    Klimawandel: Westantarktis erwärmt sich doppelt so schnell wie erwartet

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    Westantarktis erwärmt sich doppelt so schnell wie erwartet

    23.12.2012, 19:42 Uhr | AFP, dpa

    Klimawandel: Westantarktis erwärmt sich doppelt so schnell wie erwartet . Die Westantarktis erwärmte sich seit 1958 um 2,4 Grad (Quelle: dpa)

    Die Westantarktis erwärmte sich seit 1958 um 2,4 Grad (Quelle: dpa)

    Die Temperaturen in der westlichen Antarktis steigen laut einer Studie ungewöhnlich schnell, was den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen könnte. Der westantarktische Eisschild erwärme sich doppelt so rasch wie bisher gedacht, berichteten Forscher im Wissenschaftsblatt "Nature Geoscience".

    Demnach ergab eine Überprüfung der Temperaturdaten zwischen 1958 und 2010, dass die Temperatur in diesem Zeitraum um 2,4 Grad gestiegen ist - drei mal so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Damit sei die Westantarktis das sich am schnellsten erwärmende Gebiet der Welt.

    Bedeutend für Anstieg des Meeresspiegels

    Das Eis im Westen der Antarktis liegt teilweise über Land, erstreckt sich aber auch weit ins Meer hinein und schmilzt deshalb schneller. Schon bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass der Schmelzprozess in der Westantarktis zu rund zehn Prozent des durch den Klimawandel erzeugten Anstiegs des Meeresspiegels beiträgt.

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    Die neuen Erkenntnisse könnten aber bedeuten, "dass die Region einen größeren Beitrag zum ansteigenden Meeresspiegel leisten könnte als sie es bisher tut", sagte der Ko-Autor der Studie, David Bromwich vom Byrd Polar Research Center. "Wenn der Erwärmungstrend anhält, wird die Schmelze in der Region in der Zukunft umfangreicher sein."

    Grundlage der Berechnungen sind Temperaturmessungen der amerikanischen Byrd-Station, die sich auf 1530 Metern über dem Meeresspiegel mitten auf dem westantarktischen Festlandeis befindet. Diese Daten sind aber lückenhaft, da die Station nur von 1958 bis 1975 ständig besetzt war. Daher galten sie bisher als zu unsicher für längerfristige Trends, wie eine Gruppe um David Bromwich von der Ohio State University in Columbus (USA) berichtet.

    Datenlücke geschlossen

    Von 1980 an gab es nur zum Teil Daten einer automatischen Wetterstation, weil beispielsweise deren Solarzellen im antarktischem Winter keinen Strom lieferten. 2005 wurde die Station ganz geschlossen.

    Das Bromwich-Team nutzte nun Wetterdaten anderer zumeist über die Küstenregionen der Antarktis verteilter Stationen und berechnete so die mit großer Wahrscheinlichkeit in der Byrd-Region herrschenden Temperaturen. Damit konnte es die Datenlücken schließen und eine langfristige Temperaturkurve für die Inlandregion erstellen.

    Der Weltklimarat hatte 2007 einen Anstieg der Meeresspiegel zwischen 18 und 59 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Mehrere Studien der vergangenen Monate haben aber bereits vorhergesagt, dass der Anstieg wesentlich höher sein dürfte.

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