Neue Studie warnt
Klimawandel bedroht Wasserversorgung massiv13.09.2013, 13:31 Uhr | AFP
Klimawandel und Bevölkerungswachstum verschärfen die Wasserknappheit in vielen Regionen der Welt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Für hunderte Millionen Menschen weltweit könnte das Trinkwasser knapp werden. Das ergab eine neue Analyse, die von fortschreitender Klimaerwärmung ausgeht.
Die Gesamtzahl der dann vom Wassermangel betroffenen Menschen könnte bei bis zu 668 Millionen liegen, heißt es in einer in der Fachzeitschrift "Environmental Research Letters" veröffentlichten Studie.
Die Untersuchung wurde von dem deutschen Experten Dieter Gerten vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geleitet. Das Forscherteam geht zunächst von einer Temperatursteigerung von 3,5 Grad Celsius über den Ausgangswert vor Beginn der Industrialisierung aus. Dann, so schließen die Forscher, gäbe es weltweit 668 Millionen Menschen, deren ohnehin angespannte Versorgungslage sich weiter verschärfen würde oder die erstmals mit Wassermangel konfrontiert würden.
Am stärksten betroffen wären demnach der Nahe und Mittlere Osten, Nordafrika, Südeuropa sowie der Südwesten der USA.
Bei einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad wären nach den Berechnungen der Forscher noch immer 486 Millionen Menschen von Wasserverknappung betroffen. In diesem Fall würde es vor allem den Nahen und den Mittleren Osten treffen.
"Unseren Schätzungen nach wird in vielen Regionen weniger Wasser pro Einwohner zur Verfügung stehen", erläuterte Gerten. Auch bei einem Temperaturanstieg von nur zwei Grad müssten viele Regionen ihre Wasserversorgung und ihren Verbrauch darauf ausrichten, dass weniger verfügbar sei.
Das gelte besonders deshalb, weil die Bevölkerungszahl in vielen betroffenen Gegenden stark steige. Der demografische Effekt verschärfe das Problem weiter.
Die Bevölkerung vieler Staaten im Nahen Osten und Nordafrika wächst nach Angaben internationaler Organisationen mit einer Geschwindigkeit, die nur von wenigen Ländern und Regionen übertroffen wird.
Dort ist die Lage ohnehin angespannt, weil diese Regionen mit wenig fruchtbarem Land und wenig Wasser ausgestattet sind. Experten machen sich seit längerem Sorgen, dass sich die Situation durch das Zusammentreffen verschiedener Faktoren - wie dem Klimawandel und der steigenden Bevölkerungszahl - weiter verschlechtern könnte.
Die Forscher analysierten insgesamt 152 Klimawandel-Szenarien, um die Folgen von Erderwärmungen zwischen 1,5 und fünf Grad abzuschätzen. Die Staatengemeinschaft will den Temperaturanstieg möglichst auf zwei Grad begrenzen.
Angesichts bislang ausbleibender Erfolge bei der Senkung des CO2-Ausstoßes gilt es aber als zunehmend fraglich, ob dies noch gelingen kann.
13.09.2013, 13:31 Uhr | AFP
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