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US-Navy tüftelt an Superlaser-Kanone wie in "Star Wars"

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US-Navy tüftelt an "Star-Wars"-Kanone

15.04.2012, 16:01 Uhr | t-online.de

US-Navy tüftelt an Superlaser-Kanone wie in "Star Wars". Zukunftsvision der US-Marine: Kriegsschiffe können mit Laserkanonen feindliche Boote oder Drohnen abschießen (Quelle: Northrop Grumman)

Zukunftsvision der US-Marine: Kriegsschiffe können mit Laserkanonen feindliche Boote oder Drohnen abschießen (Quelle: Northrop Grumman)

Mit bunten Lichtschwertern auf fernen Planeten bekämpfen die Jedi-Ritter ihre Feinde im "Krieg der Sterne". Von Laserwaffen mit großer Zerstörungskraft sind auch die US-Streitkräfte überzeugt. Seit Jahren tüfteln sie daran, wie das Konzept in die Realität übersetzt werden kann. Die Rüstungsaufträge sind millionenschwer.

Ziel ist, Hochenergie-Laser auf Schiffen, in Panzern oder Flugzeugen zu installieren und damit feindliches schweres Gerät auszuschalten. Wie "Welt Online" berichtet, gibt das Forschungsamt der US-Marine, das Office of Naval Research (ONR) bekannt, man erwarte, in Kürze zu einem Vertrag mit der Industrie zu kommen, der Entwicklung und Bau einer ersten Laserkanone für die US-Navy vorsehe.

Serienmäßige "Laser Gun" wäre Novum

Die "Laser Gun" könne in vier Jahren installiert werden, berichtet das Nachrichtenportal. Das erste serienmäßige Lasergeschütz auf einem Kriegsschiff wäre ein militärtechnisches Novum. Das Schweizer Onlineportal "20 Minuten Online" berichtet von einem Auftrag an Northrop Grumman in Höhe von 98 Millionen Dollar.

Laserkanonen hätten diverse Vorteile, so "Welt Online" weiter. Die Strahlenwaffen bräuchten keine Munition und würden so Kosten sparen. Die Laser würden zudem durch den Gebrauch nicht verschleißen. Ganz umsonst wären aber auch sie nicht: Die Energiekosten für die Schüsse dürften nicht unterschätzt werden.

Reagans Sternenkriegsprogramm

Strahlenwaffen sind schon seit Jahrzehnten ein Thema in den USA - Anfang der 80er Jahre legte US-Präsident Ronald Reagan sein berühmtes Sternenkriegsprogramm SDI (Strategic Defense Initiative) auf. Dabei versenkte er eine Milliardensumme. Das Programm wurde kräftig zusammengestrichen. Doch jetzt habe die Navy wieder neue Zuversicht: Nach Angaben von "Welt Online" basiere der Optimismus auf der Auswertung eines Versuchs, der vor einem Jahr vor der kalifornischen Küste durchgeführt wurde.

Damals setzte die US-Marine erstmals einen Hochenergie-Laser auf See ein. Ein Video des ONR zeigt ein kleines Boot, dessen Außenbordmotoren langsam Feuer fangen. Der Brand sei das Resultat des Beschusses durch den Maritime Laser Demonstrator (MLD), teilte das ONR mit. Die dabei eingesetzte, relativ schwache Laserkanone war von Northrop Grumman geliefert worden. Sie war für den Probeschuss auf dem ausgedienten US-Zerstörer "Paul Forster" montiert worden.

Strahl soll sich durch meterdicken Stahl bohren

Damals schoss die Navy mit einem Laserstrahl von nur 14 Kilowatt (14.000 Watt). Der große Traum aber ist eine Kanone, die sich in einer Sekunde durch sieben Meter dicke Stahlwände bohren kann. Das habe eine Berechnung ergeben, die auf einem Laser mit einem Megawatt (eine Million Watt) basiert. Die Umsetzung eines solchen Freien-Elektronen-Lasers (FEL) ist aber wohl noch immer Zukunftsmusik.

So wäre es notwendig, an Bord eines jeden Schiffes einen Teilchenbeschleuniger als Energieanlage bereitzustellen, um einen so starken Laserstrahl überhaupt erzeugen zu können. Der wäre nach derzeitigem Technikstand aber so groß und schwer, dass selbst größere Schiffe damit überfordert wären. Außerdem würde die Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit extrem eingeschränkt.

Nächste Stufe: Festkörperlaser

Deshalb konzentrieren sich die Waffenforscher der Navy nun zuerst auf einen sogenannten Festkörperlaser (Solid State Laser) mit 100 Kilowatt, so der Bericht weiter. Bei diesem Typ forme ein Kristall den Laserstrahl. Der Festkörperlaser sei leichter auf Schiffen zu installieren, allerdings verfüge er nicht über die gleiche Strahlkraft wie der Freie-Elektronen-Laser. Meterdicke Stahlplatten könne er nicht durchdringen, wohl aber feindliche Drohnen oder Raketen abschießen.

Kritiker weisen dem Bericht zufolge allerdings auf eine große Schwäche der Laserkanonen hin: Sie können Wolken nicht durchdringen - es müsse also gutes Wetter herrschen, wenn der Laserstrahl seine zerstörerische Kraft entfalten soll.

 
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