03.05.2013, 15:55 Uhr | Spiegel Online
Die "Massive Ordnance Penetrator" soll auch extrem geschützte Bunkeranlagen knacken können (Quelle: DTRA)
Iran vergräbt seine Atomanlagen teils tief unter der Erde - zu tief für die Bomben der USA. Deshalb hat das Pentagon seine bunkerbrechenden Bomben weiterentwickelt. Die Waffensysteme sollen vor allem den Verbündeten Israel beruhigen.
Die Atomanlage von Fordow gleicht einer Festung. Rund 150 Kilometer südwestlich von Teheran gelegen, haben die Erbauer das Areal gegen Luftschläge bestens gesichert. Die Zentrifugen zur Anreicherung von Uran stehen unterirdisch, die Anlage ist teilweise in ein Bergmassiv integriert. Laut "Wall Street Journal" hatten die Ingenieure der US-Rüstungsindustrie den Fordow-Komplex vor Augen, als sie eine neue Variante ihrer bunkerbrechenden Bombe entwickelten.
Bei dem Kriegsgerät, "Massive Ordnance Penetrator" oder kurz MOP genannt, handelt es sich um eine der größten konventionellen Waffen im Pentagon-Arsenal. Die MOP wiegt rund 14 Tonnen und wird von B-2- und B-52-Bombern transportiert.
In der überarbeiteten Version soll die Bombe noch tiefer in den Boden eindringen können, bevor sie ihre Sprengkraft entwickelt. Sogar Schichten von Granit und Stahl, wie sie in Fordow vermutet werden, sollen durchschlagen werden.
Auch das System zur Zielfindung wurde laut dem Bericht des "Wall Street Journal" überarbeitet. Dies könnte entscheidend sein, da selbst die überarbeitete MOP den Fordow-Schutzpanzer wohl nicht im ersten Versuch würde knacken können. Daher müssten mehrere der Hightech-Sprengkörper an genau dieselbe Stelle geführt werden.
Für die Luftabwehr soll die Bombe laut dem "Wall Street Journal"-Bericht schwer zu bekämpfen sein. "Wir hoffen, dass wir sie niemals einsetzen müssen", zitiert das Blatt einen Pentagon-Vertreter: "Aber wenn, dann würde sie funktionieren."
Der neueste Typ, entwickelt von Boeing, wurde bisher nicht von einem Flugzeug abgeworfen. Es existieren jedoch umfangreiche Testvideos einer früheren Entwicklungsstufe. Diese wurden dem Artikel zufolge vor allem Vertretern der israelischen Armee vorgeführt.
Das US-Militär tut derzeit alles, um den Verbündeten Israel zu beruhigen. Dort ist die Sorge über das iranische Atomprogramm unvermindert groß, auch wenn es in dem Dauerkonflikt zuletzt eher ruhig geblieben war. Israel beharrt zwar, dass es auch mit eigenen Mitteln große Schäden in Fordow anrichten könnte. Das sieht man in Washington offenbar ein wenig anders.
Das Pentagon verweigert bisher jede Auskunft, wofür die neue MOP-Version eingesetzt werden könnte. Im März hatte Ministeriumssprecher John Kirby erklärt: "Mit dieser Bombe können wir die Massenvernichtungswaffen eines Feindes zerstören, die in gut geschützten, unterirdischen Anlagen versteckt sind." Auch auf Nachfrage wollte Kirby Iran nicht als mögliches Ziel nennen.
03.05.2013, 15:55 Uhr | Spiegel Online
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