07.05.2013, 14:51 Uhr | dpa
Ein Student hat den Bauplan für eine Pistole ins Internet gestellt. Damit kann sich jeder, der über einen 3D-Drucker verfügt, eine funktionsfähige Waffe herstellen, die bei Sicherheitskontrollen kaum zu entdecken ist.
Die Waffe besteht größtenteils aus Kunststoff - das einzige Metallteil ist der Schlagbolzen, der auf die Patrone trifft. Die Pistole dürfte bei üblichen Kontrollen, etwa an Flughäfen, kaum auffallen.
Der 25-jährige texanische Jura-Student Cody Wilson hat die Waffe mit dem Namen "Liberator" entwickelt. Am vergangenen Wochenende hatte er sie Journalisten in Aktion vorgeführt.
Es gehe ihm um Freiheit, sagte Wilson dem britischen Sender BBC. Er verteidigte seine Entscheidung, die Baupläne ins Internet zu stellen: "Ich sehe ein, dass dieses Gerät dafür benutzt werden könnte, Menschen zu schaden - darum geht es - es ist eine Pistole." Aber er denke nicht, dass dies ein Grund sei, die Waffe nicht zu entwickeln oder die Baupläne nicht zu veröffentlichen.
Wilson bekam eine Lizenz für Produktion und Verkauf der Waffe von der zuständigen US-Behörde ATF, wie die BBC berichtete. In den USA sei es zugleich grundsätzlich legal, selbst Waffen für den eigenen Gebrauch herzustellen, betonte eine Sprecherin des Amtes für Kontrolle von Alkohol, Tabak, Waffen und Sprengstoff.
Vor Waffen aus dem 3D-Drucker wird schon seit Jahren gewarnt. Wilson war mit seinem Projekt zuvor von Crowdfunding-Plattformen zurückgewiesen worden, wo man sich Geld bei Internet-Nutzern besorgen kann.
Senator Schumer verlangte bereits nach ersten Medienberichten gesetzliche Schritte. Auch Terroristen und Verbrecher könnte damit eine illegale Waffenfabrik in ihrer Garage starten, warnte er. Der US-Kongressabgeordnete Steve Israel hatte bereits ein Verbot von Waffen aus dem 3D-Drucker gefordert, weil sie schwer zu entdecken seien.
Der "Liberator" wurde bei den öffentlichen Tests vergangene Woche zunächst erfolgreich abgefeuert, ohne dabei Schaden zu nehmen. Dem Magazin "Forbes" zufolge versagte die Pistole allerdings bei einem nachfolgenden Versuch und wurde beim Übergang zu größerer Munition zerfetzt.
Wilson stellte die Plastik-Waffe mit einem 3D-Drucker her, den er für 8000 Dollar im Internet gekauft hatte.
Der 3D-Druck ist stark im Kommen. Die Geräte gibt es schon seit einigen Jahren, ursprünglich waren hochwertige Drucker aber sehr teuer und wurden deshalb vor allem für das Erstellen von Modellen in der Industrie benutzt.
Inzwischen liefern allerdings auch die erschwinglichen Verbraucher-Modelle immer bessere Qualität ab. Experten sagen daher voraus, dass in Zukunft immer mehr Artikel im Alltag aus dem 3D-Drucker kommen werden.
07.05.2013, 14:51 Uhr | dpa
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