12.07.2013, 10:33 Uhr | Spiegel Online
Die Kampfdrohne Typ X-47B kurz vor dem Aufsetzen auf dem Flugzeugträger USS "George H.W. Bush" (Quelle: AP/dpa)
Das Manöver ist anspruchsvoll für Piloten, nun ist es auch mit einem unbemannten Flugzeug geglückt. Die US-Marine meldet die Landung einer Drohne auf einem Flugzeugträger.
Die Landebahn hält einfach nicht still, die Luft ist voller Turbulenzen: Auf einem Flugzeugträger zu landen, zählt zu den schwierigeren Manövern für Piloten. Nun hat es die US-Marine erstmals geschafft, eine Drohne auf einem schwimmenden Ziel abzusetzen - rund zwei Monate nach dem ersten Drohnen-Start von einem Flugzeugträger.
Das unbemannte Flugzeug vom Typ X-47B setzte am Mittwoch auf der USS "George H.W. Bush" im Atlantik rund 110 Kilometer vor der Küste Virginias auf.
Die X-47B hat eine Spannweite von rund 19 Metern und wiegt 6350 Kilogramm. Sie ist keine Tarnkappendrohne, aber so gebaut, dass sie von gegnerischem Radar schwer zu entdecken ist. Entwickelt wurde das Flugzeug von Northrop Grumman - die Kosten dafür lagen bei rund 1,4 Milliarden Dollar (1,07 Milliarden Euro).
Die Landung der Drohne verlief nach dem gleichen Prinzip wie die eines bemannten Flugzeugs: Sie fuhr einen Haken aus, der dann von einem Kabel an Bord des Flugzeugträgers gehalten wird. Dadurch wird die Maschine schnell abgebremst.
Vor dem Manöver auf der USS "George H.W. Bush" hat die Marine die Drohnenlandung an Land beim Stützpunkt Patuxent River (US-Bundesstaat Maryland) geübt.
"Man hat nicht oft die Chance, die Zukunft zu sehen. Aber genau das war es, was wir heute konnten", schwärmte Marineminister Ray Mabus nach der Landung. Es sei ein wunderbarer Tag für die Luftfahrt.
Es gibt auch Kritik. Loren Thompson vom Lexington Institute beispielsweise stellt die Frage, ob die Marine überhaupt solche Drohnen benötigt. Die Navy müsse erst einmal beurteilen, ob sie mit UCLASS-Drohnen etwas erreichen könne, das nicht genauso gut mit bemannten Flugzeugen sowie an Land stationierten Drohnen zu bewältigen sei. "Können wir Drohnen von Flugzeugträgern aus starten? Ja, das können wir. Gibt es einen guten Grund, das zu tun? Das ist nicht so klar", sagt Thompson.
Weniger als eine Stunde nach der ersten Landung hob die Drohne wieder vom Flugzeugträger ab und landete erneut. Auch für die kommenden Tage sind weitere Landungen geplant.
Das nächste Ziel, das die US-Marine mit einer Drohne erreichen will, ist auch schon klar: Ein unbemanntes Flugzeug soll im Flug aufgetankt werden. Mit lediglich einer Tankfüllung liegt die Reichweite der X-47B bei rund 3200 Kilometern.
Das Modell X-47B ist ein Testflieger, in Routineeinsätze wird es nie eingebunden werden. Stattdessen sollen die Übungen mit der Drohne dabei helfen, neue unbemannte Flugzeugtypen für die Marine zu entwickeln. Diese Flugzeuge könnten 2020 einsatzbereit sein, sagt Mat Winter, der das Drohnenprogramm der US-Marine betreut.
Vier Unternehmen kommen in Betracht, diese Drohnen zu bauen: Northrop, Boeing, Lockheed Martin und General Atomics. Wer den Zuschlag für das sogenannte UCLASS-Programm erhält, soll laut Winter im Geschäftsjahr 2014 entschieden werden.
Wie auch immer es um ihre Nachfolger bestellt ist, die Zukunft der beiden X-47B-Modelle ist klar: Sie gehen demnächst in den Ruhestand - als Ausstellungsstücke in Patuxent River und Pensacola (US-Bundesstaat Florida).
wbr/AP/Reuters
12.07.2013, 10:33 Uhr | Spiegel Online
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