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Ceausescus Hinrichtungsort wird zum Museum

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Ein Diktator als Attraktion

Ceausescus Hinrichtungsort wird zum Museum

30.08.2013, 09:03 Uhr | AFP

Der rumänische Staatspräsident Nicolae Ceausescu und seine Frau Elena nach ihrer Verhaftung im Dezember 1989.  (Quelle: dpa)

Der rumänische Staatspräsident Nicolae Ceausescu und seine Frau Elena nach ihrer Verhaftung im Dezember 1989. (Quelle: dpa)

Zu Lebzeiten wurde er gehasst, nun ist der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu eine Touristenattraktion: Nach seinem Geburtshaus und seinen Villen wird nun auch der Ort seiner Hinrichtung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die düsteren Kasernen in der ehemaligen Militärbasis von Targoviste rund 100 Kilometer nordwestlich von Bukarest wurden zum Museum umgebaut. Anfang September soll es die ersten Besucher empfangen.

Nach Schnellverfahren erschossen

"Viele Rumänen und Ausländer sagten uns, sie wollten die Wand sehen, an der Ceausescu und seine Frau Elena am 25. Dezember 1989 erschossen wurden", sagte Museumsdirektor Ovidiu Carstina. Die Bilder vom Tod der Ceausescus gehören zu den Symbolen der Revolutionen in Ost- und Zentraleuropa, die damals den Eisernen Vorhang zu Fall brachten.

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Am 22. Dezember 1989, als sich vor dem Sitz der Kommunistischen Partei wütende Menschenmassen versammelten, flohen die Ceausescus in einem Hubschrauber aus der Hauptstadt Bukarest. Es sollte ihre letzte Reise werden: Sie wurden von der Armee gestoppt, in Targoviste inhaftiert und nach einem militärischen Schnellverfahren erschossen.

Zeit scheint stehengeblieben

Damit endete Ceausescus mehr als 20-jährige Diktatur. Mit Hilfe der mächtigen Geheimpolizei Securitate hatte er das Volk rücksichtslos überwacht und die Meinungsfreiheit unterdrückt. Während die Bevölkerung unter Nahrungsmittel- und Strommangel litt, regierten Vetternwirtschaft und ein zunehmend wahnwitziger Personenkult. Ceausescus Frau Elena, die inoffizielle Nummer zwei des Regimes, stand ihrem Mann in nichts nach.

"Unser Ziel ist es, die Dinge so zu zeigen, wie sie geschahen - ohne den Prozess, das Leben der Ceausescus oder ihren Personenkult zu kommentieren", sagt Museumschef Carstina. Die 1907 erbaute Kaserne wirkt, als sei die Zeit nach der Hinrichtung angehalten worden. Selbst die Eisenbetten mit den schmutzigen Matratzen, auf denen die Ceausescus ihre letzten drei Nächte verbrachten, sind noch vorhanden.

"Können die Bilder nicht ausradieren"

Ebenso wie die Tische der Richter und Anwälte soll auch die provisorische Anklagebank, auf dem das Paar in seinen Wintermänteln saß, wieder an ihren ursprünglichen Platz gestellt werden. Die graugelbe Wand, vor der Nicolae und Elena Ceausescu wenige Minuten später exekutiert wurden, weist noch immer die Einschusslöcher auf. Auf einem Schwarz-Weiß-Fernseher sind die Aufnahmen des Prozesses und der Hinrichtung zu sehen, die im Dezember 1989 um die Welt gingen und Kritik an dem Eilverfahren hervorriefen.

"Wir wollen keine Debatte eröffnen, wir wollen nur von einem Meilenstein der rumänischen Geschichte erzählen", betont Carstina. "Jede Nation muss ihre Geschichte annehmen, ohne bestimmte Ereignisse unter den Teppich zu kehren", sagt der Soziologe Vasile Dancu. "Egal was wir tun, wir können die Bilder dieses Scheinprozesses, der vom Kollaps der rumänischen Gesellschaft in dieser Zeit zeugt, nicht ausradieren."

Gigantischer Parlamentspalast ist die Touristenattraktion

Eine Gruppe schwedischer Touristen buchte nach Angaben von Carstina bereits Tickets für das Museum. Auf ihrer Liste steht auch der gigantische Parlamentspalast im Herzen Bukarests. Für sein "Haus des Volkes" ließ Ceausescu große Teile der historischen Altstadt niederreißen; rund 40.000 Menschen verloren ihre Häuser und mussten umgesiedelt werden.

Während Nahrungsmittel und Strom knapp wurden, ließ Ceausescu mit Staatsgeldern den 350.000-Quadratmeter-Palast errichten. Allein mit dem verbauten Marmor hätten 400 olympische Schwimmbäder gefüllt werden können. Heute ist der Palast eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes; 2012 besuchten ihn mehr als 144.000 Touristen, davon 110.000 aus dem Ausland.

30.08.2013, 09:03 Uhr | AFP

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