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UNAIDS-Bericht: Aids besonders im südlichen Afrika verbreitet

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Neuster UN-Bericht  

Unheilbar krank? Afrika leidet an Aids

20.11.2007, 13:33 Uhr | dpa

Das Aids-Virus breitet sich nach wie vor vor allem in Afrika aus (Quelle: dpa)Das Aids-Virus breitet sich nach wie vor vor allem in Afrika aus (Quelle: dpa) Trotz aller Mühen im Kampf gegen Aids haben sich in diesem Jahr 2,5 Millionen Menschen mit der tödlichen Immunschwäche infiziert. Das berichtete das Aidsprogramm UNAIDS der Vereinten Nationen am Dienstag in Genf. Es rechnet mit 2,1 Millionen Aidstoten in diesem Jahr. Am stärksten ist nach wie vor Afrika südlich der Sahara betroffen.

Nicht auf dem Rückzug
Weltweit werden Ende 2007 voraussichtlich 33,2 Millionen Menschen mit dem Aidserreger HIV im Blut leben. Im jüngsten UN-Bericht über Aids wird damit die Schätzung der Gesamtzahl der HIV-Infizierten verglichen mit Ende 2006 (39,5 Millionen) zwar um 16 Prozent nach unten korrigiert. Das liege vor allem an Änderungen der Statistik und einer besseren Datenbasis, betont UNAIDS. Keinesfalls sei sei daraus abzuleiten, dass das Virus weltweit auf dem Rückzug wäre.

Genauere Umfragen
Die Änderungen gründen überwiegend auf neuen und exakteren Zahlen aus sechs Ländern: Indien, Angola, Kenia, Mosambik, Nigeria und Simbabwe. Dazu zählen genauere Umfragen in der Bevölkerung und verbesserte mathematische Modelle über die Ausbreitung der Krankheit. Direkt vergleichbar seien die Angaben von 2006 und 2007 damit nicht mehr. Besonders für Indien wurden die Zahlen nach unten korrigiert.

6800 Menschen jeden Tag
Täglich infizieren sich laut UNAIDS 6800 Menschen weltweit neu mit HIV. 5700 sterben an den Folgen, vor allem deshalb, weil sie keine Medikamente gegen die Immunschwäche bekommen. Dennoch gibt es in dem Bericht auch ermutigende Zeichen: In einigen Ländern gehe der Anteil der Infizierten an der gesamten Bevölkerung zurück. Das gelte in Afrika etwa für die Elfenbeinküste, Kenia und Simbabwe. In den beiden letzteren Ländern gebe es Hinweise darauf, dass zum Teil ein verantwortungsvolleres Sexualverhalten die Ursache sei. In den asiatischen Ländern Thailand, Kambodscha und Birma gehe der Anteil der Infizierten zurück, in Vietnam und Indonesien hingegen steige er.

Süden Afrikas besonders betroffen
Weltweit gibt es zwei große Muster für die Ausbreitung der tödlichen Seuche, heißt es in dem Report "Aids Epidemic Update 2007". In der Mitte und im Süden Afrikas ist das Virus so weit verbreitet, dass sich Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung anstecken. Hier leben inzwischen 22,5 Millionen Infizierte, und 76 Prozent aller Aidstoten stammen aus dieser Region der Erde. Auch mehr als zwei Drittel aller Neuinfektionen (68 Prozent) ereigneten sich südlich der Sahara. Im Rest der Welt konzentrierten sich die Fälle vor allem auf die bekannten Risikogruppen der Homosexuellen, Drogenabhängigen und Prostituierten sowie deren Sexpartner, erklärt UNAIDS.

Großes Gefälle
Diese Zweiteilung wirkt sich besonders dramatisch bei Kindern aus: 2007 waren 2,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren mit HIV infiziert oder bereits an Aids erkrankt - 90 Prozent von ihnen kommen aus der Südhälfte Afrikas. Unter den Aidstoten dieses Jahres sind UNAIDS zufolge 330.000 Kinder. Wie in den vergangenen Jahren gibt es ein großes Gefälle bei den Opferzahlen: In Nordamerika sowie West- und Zentraleuropa zusammen starben im Jahr 2007 etwa 33.000 Menschen an Aids. Im Süden Afrikas waren es 1,6 Millionen.

1300 Neu-Infektionen in Deutschland
In Deutschland gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zwischen Januar und Juli diesen Jahres 1334 gemeldete HIV- Neuinfektionen. Das seien neun Prozent mehr gewesen als in der ersten Jahreshälfte 2006, damals wurden 1224 neue Fälle registriert. Insgesamt blieben die Neuinfektionszahlen damit auf hohem Niveau. Ende 2006 lebten in Deutschland rund 56.000 Menschen mit dem Aidserreger, Zahlen für 2007 will das RKI am 26. November vorlegen.

Medikamente bremsen nur
Das Aidsvirus zerstört eine Gruppe von Blutzellen, die an der Koordination des Immunsystems beteiligt sind. Damit werden die Infizierten anderen Krankheiten weitgehend schutzlos ausgeliefert. Medikamente können den Verlauf nur bremsen, das Virus aber nicht aus dem Körper drängen.

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