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Cholera-Epidemie breitet sich rasant aus

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Internationale Kritik an Mugabe

Cholera-Epidemie breitet sich rasant aus

11.12.2008, 20:35 Uhr | dpa, dapd

 

Die Lage im Krisengebiet in Simbabwe verschärft sich weiter, fast 800 Menschen sind bereits gestorben (Quelle: Reuters) Die Lage im Krisengebiet in Simbabwe verschärft sich weiter, fast 800 Menschen sind bereits gestorben (Quelle: Reuters)

Die Cholera-Epidemie in Simbabwe breitet sich immer schneller aus. Die Zahl der Toten erhöhte sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Mittwoch auf fast 800. Mehr als 16.000 Menschen seien infiziert. Unterdessen bestreitet Simbabwes Präsident Robert Mugabe, dass es überhaupt eine Cholera-Epidemie in seinem Land gibt.


Mit Blick auf internationale Rücktrittsforderungen gegen ihn betonte der 84-jährige Mugabe am Donnerstag: "Die Briten wollen wegen der Cholera eine militärische Intervention. (...) Es gibt jetzt keine Cholera mehr." Mugabes Regierung hatte noch vergangene Woche wegen der Epidemie den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten.


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Weit mehr Infizierte erwartet

Angesichts der sich verschärfenden Situation mahnen Hilfsorganisationen zur Eile. Es sei von einer weitaus höheren Zahl als den offiziell 16.000 Infizierten auszugehen, da die meisten Opfer von keiner Statistik erfasst würden, weil Krankenhäuser geschlossen und das Kommunikationssystem zusammengebrochen sei, sagte ein Sprecher von 35 nationalen Gesundheitsorganisationen.

Zwei Millionen Flüchtlinge in Südafrika

Südafrika erklärte die Grenzregion zu Simbabwe wegen der aus dem Nachbarland übergreifenden Cholera zum Notstandsgebiet. Auch der Nachbarstaat Mosambik verstärkte nach Rundfunkangaben seine medizinische Infrastruktur im grenznahen Mossurize-Distrikt, in dem sich ebenfalls die Cholera ausbreitet. Nach Schätzungen seien bisher rund zwei Millionen Simbabwer nach Südafrika geflüchtet.


Viele von Aids geschwächt

Die Lage in der Region könnte in der bis Februar dauernden Regensaison noch schlimmer werden, warnte die Hilfsorganisation Oxfam. Viele Menschen seien ohnehin von Aids geschwächt, mit dem Regen komme zur Cholera auch Malaria und Milzbrand hinzu. "Wenn nicht ganz schnell etwas geschieht, nimmt die Welt den Tod von Hunderttausenden von Menschen in Kauf", erklärte Paul Bendix, Geschäftsführer von Oxfam Deutschland.

WHO-Delegation soll koordinieren

Unterdessen traf eine ranghohe WHO-Delegation in der Krisenregion ein, die die Bekämpfung der Krankheit koordinieren soll, berichtete die staatlich kontrollierte Zeitung "The Herald". Wegen der Epidemie erhöhte Deutschland die Nothilfe für Simbabwe um eine Million Euro. Das Geld solle dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung gestellt werden, teilte das Auswärtige Amt mit. Insgesamt beläuft sich damit die Nothilfe Berlins für den südafrikanischen Staat in diesem Jahr auf acht Millionen Euro.

Sanktionen gegen Simbabwe

Gleichzeitig verschärfte die EU ihre Sanktionen gegen die simbabwische Regierung. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte Präsident Mugabe zum Rücktritt auf: Die Mugabe-Regierung habe die Bevölkerung "zur Geisel genommen". Auch der britische Premierminister Gordon Brown hatte den autokratischen Mugabe zum Rücktritt aufgefordert und erklärt: "Genug ist genug."

Miliband: "Eigentliche Krankheit ist das Regime"

Der britische Afrika-Minister Mark Malloch Brown traf am Donnerstag in Südafrika ein, um mit der dortigen Regierung die Bedingungen für eine Aufstockung der humanitären Simbabwe-Hilfe zu erörtern. "Die Cholera beherrscht die Schlagzeilen, aber die eigentliche Krankheit Simbabwes ist die Misswirtschaft des Mugabe-Regimes", sagte der britische Außenminister David Miliband. Die EU-Außenminister verhängten bisher gegen 183 Verantwortliche Einreiseverbote in die Europäische Union. Vermögen der Betroffenen auf europäischen Konten seien eingefroren worden.

Bischof vergleicht Mugabe mit Hitler

Der anglikanische Bischof Joe Seoka aus Südafrika fand deutliche Worte für Simbabwes Staatschef. Der streitbare Geistliche aus Südafrikas Hauptstadt Pretoria betonte: "Mugabe muss als der Hitler des 21. Jahrhunderts betrachtet werden - ein Mörder und eine Person, der offensichtlich jegliches Gewissen oder Bedauern fehlt."




 
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