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Hessen: Spitze von Windkraftanlage abgebrochen

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Spitze von hessischer Windkraftanlage abgebrochen

20.06.2011, 13:16 Uhr | dapd, AFP, t-online.de

In einem Windpark bei Kirtorf in Hessen sind an einer Anlage Spitze, Rotorblätter und Generator abgebrochen. Verletzt wurde niemand, der Schaden beträgt jedoch rund eine Million Euro.

Der Unfall ereignete sich am Sonntag gegen 11.30 Uhr, teilte die Polizei mit. Der Hessische Rundfunk berichtete in seiner Internetausgabe, die Rotorblätter des Windrades seien bis zu 100 Meter weit durch die Luft geflogen. Das abgebrochene Teil des Turmes sei in die Tiefe gestürzt. Nach Angaben von "Osthessen News" drückte die Wucht des Aufpralls einen riesigen Krater in den Boden. Der Rest des Turmes habe noch eine Höhe von etwa 25 Metern.

Bei der Inspektion unmittelbar nach dem Unglück sei die Ursache nicht gefunden worden, sagte Horst Meixner vom Betreiber Hessenenergie im Gespräch mit t-online.de. Ein Experte überprüfe nun die zerstörte Windkraftanlage und drei weitere Windräder bei Kirtorf. Diese drei Räder seien baugleich und im selben Zeitraum errichtet worden; nach dem Unglück habe Hessenenergie sie stillgelegt.

Nach Angaben des Betreibers, der auch für die Wartung zuständig ist, wurden die vier betroffenen Windräder vom Typ D6 der Firma DeWind vor elf Jahren errichtet. Es handelte sich also um eine Anlage "im mittleren Alter", so Meixner. Windräder diesen Typs stünden "hundertfach in Deutschland".

Welche Rolle hat der Wind gespielt?

Völlig unklar ist die Ursache für den Unfall. Bekannt wurde mittlerweile, dass am Sonntagmorgen starker Wind herrschte. Nahe der schwedischen Ortschaft Näs auf Gotland hatte sich im Januar 2008 bei einem starken Sturm ein tonnenschweres Rotorblatt von einer Windkraftanlage gelöst und war 40 Meter durch die Luft geflogen.

Dass allerdings auch in diesem Fall der Wind das Rad einfach umgeweht habe, halte er für unwahrscheinlich, sagte Meixner. "Windverhältnisse wie die vom Sonntag halten die Räder normalerweise spielend aus." Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia wehte auf dem Hoherodskopf im Vogelsberg zwischen 11 und 12 Uhr die stärkste Böe mit einer Windgeschwindigkeit von 57 Stundenkilometern - das entspricht starkem, aber nicht stürmischem Wind. "Es deutet wohl viel auf einen technischen Defekt hin", sagte Holger Link von Hessenenergie.

Die Ermittler schätzen den Schaden auf rund eine Million Euro. Die beschädigte Anlage muss nach derzeitigem Wissensstand ganz neu aufgebaut werden.

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