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Kreuzfahrtschiff schlägt auf dem Rhein leck

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Kreuzfahrtschiff schlägt auf dem Rhein leck

17.04.2012, 21:16 Uhr | dpa

Kreuzfahrtschiff schlägt auf dem Rhein leck. Das Kreuzfahrtschiff im Karlsruher Rheinhafen (Quelle: dpa)

Das Kreuzfahrtschiff im Karlsruher Rheinhafen (Quelle: dpa)

Zu gleich zwei Schiffsunglücken an einem Tag kam es auf dem Rhein: Ein Lotse hat ein Kreuzfahrtschiff bei Karlsruhe zu nahe ans Ufer gelenkt und fast versenkt. Zudem kollidierte - ebenfalls bei Karlsruhe - ein Gütermotorschiff mit einem Tankmotorschiff. Menschen wurden dabei nicht verletzt - der Sachschaden beträgt jedoch Hundertausende Euro.

Der wesentlich schlimmere Unfall war indes der mit dem Kreuzfahrtschiff. 158 Menschen an Bord der "Bellriva" konnten in der Nacht zum Dienstag aber unverletzt gerettet werden.

Schiff rammte Buhnen

Das Schiff schlug leck, weil der 78 Jahre alte Lotse nach Ansicht der Karlsruher Wasserschutzpolizei zu weit nach rechts geraten war und mit dem Schiff drei Buhnen gerammt hatte, mit denen der Wasserstrom reguliert wird.

Foto-Serie: Schiffsunglück auf Rhein

Das Schiff fuhr für eine holländische Reederei und war auf dem Weg von Basel nach Köln. Die Fahrgäste wurden nach dem Unfall mit Bussen nach Köln gefahren. Der Schaden an dem Schiff wird auf eine halbe Million Euro geschätzt. Gegen den Lotsen wird wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. An Bord waren 115 Passagiere und 43 Besatzungsmitglieder.

Buhnen waren überspült

Warum der Mann an das Ufer fuhr, war zunächst unklar. Die Fahrrinne ist an der Unglücksstelle in Höhe Rastatt-Plittersdorf 90 Meter breit. "Eine Kollision mit einer Buhne ist da wirklich nicht vorgesehen", sagte der Leiter der Wasserschutzpolizei, Robert Hellmann.

Die Buhnen waren wegen des höheren Wasserstandes von etwa fünf Metern überspült und nicht sichtbar. Sie sind jedoch in den Schifffahrtskarten verzeichnet. Das Personal sowie die Passagiere wurden zu dem Unfallhergang befragt, hieß es. Zwei Menschen mussten wegen Kreislaufbeschwerden und anderen Vorerkrankungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Aus eigener Kraft bis zum Hafen

Das Wasser in dem havarierten Schiff stand nach Polizeiangaben "bis zum unteren Fensterrand etwa 1,50 bis 1,70 Meter hoch". Es konnte jedoch noch aus eigener Kraft bis zum Karlsruher Hafen fahren. Dort entdeckten Taucher drei Lecks mit einer Größe von zehn bis 15 Zentimetern und einen Haarriss auf einer Seite des Schiffes. Ihnen gelang es, Stahlplatten anzuschweißen und die Lecks zu schließen. Das Schiff kann voraussichtlich dennoch nicht mehr aus eigener Kraft weiterfahren, da bei dem Zusammenstoß auch die Antriebsschrauben beschädigt wurden, teilte die Polizei mit.

Der Treibstoff war nach dem Leck sofort auf die unversehrte Seite des Schiffes verlagert worden, um es zu stabilisieren. Außerdem wurde ständig Wasser abgepumpt. Bis zu 6000 Liter Wasser pro Minute seien von einem Hafenschlepper und sechs Pumpen der Feuerwehr abgesaugt worden. Spezialschiffe entsorgten auch ein Wasser-Öl-Gemisch, das sich im Bauch der "Bellriva" angesammelt hatte.

Weiterer Unfall mit zwei Frachtschiffen

Nur wenige Stunden nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes verunglückten auch zwei Frachtschiffe. Auf Höhe des Rheinstrandbades bei Karlsruhe kollidierte ein Gütermotorschiff mit einem Tankmotorschiff, wie die Polizei mitteilte.

Die Ursache des Frachtschiff-Unfalls ist laut Polizei unklar. Beide Schiffe wurden auf der Backbordseite beschädigt, Wasser drang nicht ein. Den Schaden schätzte die Polizei auf 100.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Gegen beide Schiffsführer wird wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt.

 
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