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Schiffskollision in Travemünde: Fähre liegt auf Grund

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Schiffskollision in Travemünde: Fähre liegt auf Grund

04.05.2012, 11:23 Uhr | dapd, dpa

Schiffskollision in Travemünde: Fähre liegt auf Grund. Die "Nils Holgersson" hat ein ein großes Loch in den Rumpf der dänischen Fähre "Urd" gerissen (Quelle: dpa)

Die "Nils Holgersson" hat ein ein großes Loch in den Rumpf der dänischen Fähre "Urd" gerissen (Quelle: dpa)

Zwei Schiffe sind am Donnerstagabend am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde zusammengestoßen. Eine 171 Meter lange Fähre ist nach der Kollision mit einem Passagierschiff mit dem Bug auf Grund gesunken.

Das 190 Meter lange Passagierschiff "Nils Holgersson" fuhr aus bislang ungeklärter Ursache vor den Anlegern geradeaus und rammte die Personen-und-Pkw-Fähre "Urd", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde. Menschen wurden nicht verletzt.

Großes Leck in der Bordwand

Die deutsche "Nils Holgersson" der TT-Line-Reederei kehrte aus Schweden zurück. Sie riss ein etwa sechs Quadratmeter großes Leck in die Bordwand der RoRo-Fähre "Urd". Diese lag am Kai und wurde zum Unglückszeitpunkt be- und entladen.

Nach einem ersten Versuch, den Rumpf zu schließen, trat erneut Wasser in die dänische Fähre ein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Das Schiff der Reederei Scandlines sank daraufhin mit dem Bug auf den Grund und blieb mit Schlagseite am Anleger liegen.

Die beschädigte Stelle solle mit einem sogenannten Lecksegel abgedichtet werden, erklärte eine Sprecherin des Havariekommandos. Dieses wird um die Schiffshaut gespannt. Wie lang dies dauere, sei nicht absehbar, sagte die Sprecherin. Anschließend werde das Schiff leergepumpt. Die elf Jahre alte "Nils Holgersson" blieb offenbar unbeschädigt.

Sprecher schließt menschliches Versagen nicht aus

Eigentlich hätte die mit 63 Passagieren besetzte "Nils Holgersson" in einem Wendebecken vor den Anlegern drehen sollen, um dann rückwärts an den Kai zu fahren. Warum sie geradeaus fuhr, wird nun untersucht. Die Wasserschutzpolizei geht von einem technischen Defekt aus. Der Sprecher schloss allerdings auch menschliches Versagen nicht aus. Die Sichtverhältnisse seien gut gewesen.

Die Feuerwehr, die anfangs mit mehr als 150 Mann im Einsatz war, legte vorsorglich Ölschlangen bereit. Vorerst trat jedoch kein Öl aus. Zur Höhe des Schadens konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

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