25.08.2012, 14:11 Uhr | dpa, dapd
Nach dem Tod von vier Kindern bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken geht die Suche nach der Ursache weiter. Näheren Aufschluss erhoffen sich die Ermittler auch vom Ergebnis der Obduktion der Leichen. Mit deren vollständiger Auswertung wird aber erst am Montag gerechnet. Das Feuer könnte auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sein, sagte ein Polizeisprecher.
Die Polizei ging nach ersten Erkenntnissen von einem Unglück aus. Ein technischer Defekt komme nicht infrage, auch ein Verbrechen schloss die Polizei aus.
"Im Moment haben wir keine Hinweise auf Brandstiftung", sagte ein Polizeisprecher. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Tötung. Einen konkreten Tatverdacht gab es zunächst nicht.
Bei dem Feuer starben am frühen Freitagmorgen drei Jahre alte Zwillingsbrüder sowie ein fünf und ein sieben Jahre altes Mädchen. Die Feuerwehr rettete die Eltern und einen Säugling. Die 27 Jahre alte Mutter wurde am Freitagabend aus dem Krankenhaus entlassen, der 28-jährige Vater und das elf Monate alte Mädchen blieben nach Polizeiangaben noch zur Beobachtung in der Klinik.
Die Obduktion der vier toten Kinder ist laut Polizei bereits abgeschlossen. Es stünden aber unter anderem noch toxikologische Gutachten über den Rauchgasanteil aus. Bis zu endgültigen Aussagen darüber, warum es zu dem Feuer kam, müsse das Ergebnis der Brandursachenforschung abgewartet werden. Dazu gehöre auch Aufschluss darüber, ob es nur eine Brandausbruchstelle gab.
Ein technischer Defekt komme kaum infrage, so der Sprecher, weil der Familie der Strom schon vor dem Brand abgestellt worden war. Nach den bisherigen Untersuchungen gebe es aber auch keine Anzeichen dafür, dass an der abgestellten Stromleitung manipuliert worden sei.
Wenn auch kein Strom aus anderer Quelle bezogen worden sei, könnten etwa eine Kerze oder Zigaretten als Auslöser des Feuers infrage kommen. Wichtig für die Ermittlungen sei natürlich auch die Vernehmung der Eltern, die ebenfalls für Montag geplant sei.
Unterdessen hat ein von Verwandten der Opfer beauftragter Anwalt Vorwürfe gegen die Feuerwehr erhoben. Laut einem Feuerwehrsprecher geht es dabei um die Frage, warum nicht noch mehr Menschen mittels Drehleiter aus der Wohnung gerettet wurden. Außerdem heißt es in dem Anwaltsschreiben, die Feuerwehr habe auf Hinweise der Mutter auf die noch im Haus befindlichen Kinder nicht reagiert.
Nach Darstellung der Feuerwehr hätte es aber nichts genutzt, zusätzliche Wehrleute über die Leiter nach oben zu bringen, denn in der Wohnung seien schon genug Helfer gewesen. Er weise die Vorwürfe zurück, sagte ein Sprecher.
Den Helfern hatte sich am Freitag ein dramatisches Bild geboten: Die 27 Jahre alte Mutter habe ihr elf Monate altes Mädchen im Arm gehalten und an einem Fenster verzweifelt um Hilfe geschrien, der 28 Jahre alte Vater an einem anderen Fenster. Mit einer Drehleiter retteten Feuerwehrleute die drei. Kurz darauf holten sie ein weiteres Kind aus der Wohnung, dem die Ärzte aber nicht mehr helfen konnten.
Quelle: dpa, dapd
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