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Zoo in Köln: Tiger tötet seine Pflegerin

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Tiger tötet Zoo-Pflegerin in Köln

26.08.2012, 15:32 Uhr | dpa, dapd, AFP

Zoo in Köln: Tiger tötet seine Pflegerin. Tiger "Altai" im Kölner Zoo: Er fiel eine Pflegerin an und verletzte sie tödlich (Quelle: dpa)

Tiger "Altai" im Kölner Zoo: Er fiel eine Pflegerin an und verletzte sie tödlich (Quelle: dpa)

 

Tödliches Drama im Tierpark: Ein Tiger hat im Kölner Zoo eine Pflegerin angefallen und getötet. Die 43 Jahre alte Frau wurde bei dem Angriff so schwer verletzt, dass sie kurz darauf starb, teilte die Polizei mit. Ein Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Der Tiger wurde vom Zoo-Direktor erschossen.

Nach der Attacke erschoss Zoo-Direktor Theo Pagel den Tiger vom Dach eines Gebäudes mit einem großkalibrigen Gewehr. "Der Tiger war sofort tot. Wir sind dann rein, haben die Mitarbeiterin noch zur Notarztversorgung gebracht, aber es war leider zu spät."

Sicherheitsschleuse stand offen

Nach ersten Erkenntnissen hatte die Pflegerin bei Reinigungsarbeiten eine Sicherheitsschleuse offen gelassen, so dass der Sibirische Tiger aus seinem Gehege entkommen und sie attackieren konnte. Vermutlich habe das Tier sie von hinten angefallen, ihr einen tödliche Biss am Hals zugefügt und dann von ihr abgelassen.

Foto-Serie: Todes-Drama im Kölner Zoo

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. "Der Zoodirektor hatte die richtigen Waffen dafür", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei habe mit den üblichen Dienstpistolen nicht viel ausrichten können. "Das hätte den Tiger nicht gekratzt." Sibirische Tiger können auf einer Länge von rund zwei Metern bis zu 300 Kilogramm schwer werden.

Zoo wurde vorübergehend evakuiert

Die Besucher mussten den Zoo vorübergehend verlassen. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, sagte Pagel. Gefahr für Leib und Leben von Zoogästen habe zu keiner Zeit bestanden.

Pagel war zum Zeitpunkt der Attacke des Tigers nicht im Zoo. Er sei gerade an dem Tierpark vorbeigefahren, als das Unglück passierte. "Das ist heute der schwärzeste Tag meines Lebens", sagte der Zoo-Direktor.

Der Kölner Zoo wurde 1860 gegründet und zählt damit zu den ältesten Tierparks in Deutschland. Auf einer Fläche von rund 20 Hektar werden rund 10.000 Tiere aus mehr als 750 verschiedenen Arten gehalten. Pro Jahr werden 1,4 Millionen Besucher gezählt. Erst Anfang August war der 100-millionste Besucher begrüßt worden.

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Direktor: Pflegerin war unvorsichtig

Die Pflegerin hätte sich nicht zusammen mit der Raubkatze in dem Tiergehege aufhalten dürfen, sagte der Zoo-Direktor. Sie sei an einer Stelle gewesen, wo sie nicht hätte sein dürfen, "wenn das Tier drin ist". Pagel sprach von Unvorsichtigkeit der Pflegerin und einem Bedienfehler an der Sicherheitsschleuse des Geheges. "Der Tiger war in dem Bereich, wo er hingehört."

Die Ermittler müssen nun klären, wie die Raubkatze durch die Sicherheitsschleuse entweichen und in das Wirtschaftsgebäude gelangen konnte. Nach den Angaben des Polizeisprechers prüft die Bezirksregierung auch, ob auf arbeitsschutzrechtlicher Seite alle Regeln eingehalten wurden. Ein Ergebnis der Ermittlungen sei am Wochenende nicht zu erwarten.

WWF: Im Zoo gehaltene Tiger sind verhaltensgestört

Der Sprecher der Tierschutzorganisation WWF, Jörn Ehlers, sagte, die in Zoos gehaltenen Tiger seien allesamt verhaltensgestört und würden in freier Wildnis nicht überleben. Die Zahl der frei lebenden Tiger wird auf 3200 geschätzt. Die Einzelgänger durchstreifen große Gebiete nach Nahrung; der Mensch gehöre in der freien Natur nicht zur Beute der Raubkatzen.

Das tragische Ereignis ruft einen Ausbruch im Kölner Zoo in Erinnerung, der 1985 für Schlagzeilen sorgte. Damals riss der bei Zoobesuchern beliebte dressierte Schimpanse Petermann aus seinem nachlässig verschlossenen Käfig aus. Er stürzte sich auf den damaligen Zoodirektor Gunther Nogge und verletzte diesen lebensgefährlich. Der Schimpanse wurde erschossen, Experten führten sein aggressives Verhalten auch auf die damalige nicht artgerechte Haltung zurück.

 
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