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Ägypten: Mindestens 49 Kinder bei Busunfall getötet

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Mindestens 49 Kinder bei Busunfall getötet

17.11.2012, 17:10 Uhr | dpa, dapd

Ägypten: Mindestens 49 Kinder bei Busunfall getötet. Verstörte Menschen suchen in den Trümmern nach Anzeichen ihrer Angehörigen (Quelle: dapd)

Verstörte Menschen suchen in den Trümmern nach Anzeichen ihrer Angehörigen (Quelle: dapd)

 

Tragisches Ende einer Busfahrt: Mindestens 52 Menschen sind getötet worden, darunter 49 Kinder, als ein Zug im Süden Ägyptens einen Schulbus rammte. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, mussten weitere Kinder in Krankenhäusern behandelt und einigen von ihnen Gliedmaßen abgetrennt werden. Die Opfer sollen vier bis sechs Jahre alt gewesen sein. Den Behörden zufolge waren rund 60 Kinder an Bord.

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Der Bus war auf dem Weg zum Kindergarten, als er im Süden des Landes in der Provinz Assiut einen Bahnübergang passierte.

"Der Schrankenwärter hat geschlafen"

Einige Bürger machten den Schrankenwärter für das Unglück verantwortlich. Er habe offensichtlich geschlafen, als der Zug mit der Nummer 165 von Assiut in Richtung Norden angerast kam, sagten sie.

Die Schranken seien offenbar nicht geschlossen gewesen, sagte ein Gewährsmann bei den Sicherheitskräften, der seinen Namen nicht nennen wollte. Ein Augenzeuge erklärte, der Zug habe den Bus fast einen Kilometer weiter über die Schienen geschoben.

"Nur Gott kann helfen"

Das Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf das Transportministerium, dass der Busfahrer wohl versucht habe, die Gleise noch in letzter Sekunde zu überqueren. Er und zwei Busbegleiter wurden bei dem Unfall ebenfalls getötet, hieß es. Weitere Menschen seien verletzt worden.

Ein Reporter der AP berichtete, viele Überreste seien nicht zu identifizieren. Eltern von Vermissten suchten nach Hinweisen auf ihre Kinder. Entlang der Strecke lagen Bücher, Schultaschen und Kleidungsstücke verstreut. "Nur Gott kann helfen", rief ein Mann, der ein Körperteil aufhob.

Präsident Mursi ordnet Untersuchung an

Als Reaktion auf den Unfall reichte der Transportminister Mohammed Raschad al-Matini seinen Rücktritt ein. Präsident Mohammed Mursi ließ über seinen Sprecher erklären, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei, um die Verantwortlichen für das "tragische Unglück" zu finden.

Ungesicherte und völlig veraltete Bahnanlagen führen in Ägypten immer wieder zu schweren Unfällen. Die Signalvorrichtungen sind zum Teil noch handbetrieben, Schranken an den Übergängen gibt es kaum. Meist sind Nachlässigkeit und menschliches Versagen die Unfallursachen. Das gilt auch für Busunglücke, die sich oftmals auch wegen waghalsiger Manöver der Fahrer ereignen.

Über 350 Tote im Jahr 2002

Das schlimmste Unglück in Ägyptens Bahngeschichte ereignete sich im Jahr 2002. Damals verbrannten in einem völlig überfüllten "Arme-Leute-Zug" südlich von Kairo 361 Menschen in den Waggons, weil die Fenster vergittert waren. 2006 kamen 58 Menschen bei dem Zusammenprall zweier Regionalzüge ums Leben. 2008 starben mindestens 37 Menschen bei einem schweren Zugunglück an der ägyptischen Mittelmeerküste. Der Zug war damals ebenfalls mit einem Bus sowie mit einem Lastwagen und mehreren Autos zusammengestoßen.

Jährlich kommen nach ägyptischen Medienberichten rund 7000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben - Tendenz steigend.

 
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