19.11.2012, 09:39 Uhr | dpa
Ein Geisterfahrer hat einen Unfall mit sechs Todesopfern auf der Autobahn 5 in Südbaden zwischen Lahr und Offenburg verursacht. Es handelt sich um einen 20 Jahre alten Mann aus dem Raum Offenburg.
Er sei bei Lahr in die verkehrte Richtung auf die A 5 aufgefahren und habe dann nahe dem Parkplatz Unditz einen Kleinbus mit fünf Insassen gerammt, teilte die Polizei mit.
Am Steuer des gemieteten Kleinbusses saß ein 30-jähriger Mann, der ebenfalls aus dem Raum Offenburg stammt. Im Wrack des kleinen Busses starben zudem eine 23-Jährige und eine 36-Jährige aus dem Raum Emmendingen. Die beiden anderen Insassen seien noch nicht identifiziert.
Eine Frau, die helfen wollte, wurde am frühen Sonntagmorgen von einem Auto erfasst und schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Vier weitere Menschen wurden leicht verletzt.
Die Autobahn zwischen Offenburg und Lahr in Südbaden wurde komplett gesperrt. Der Unfallort im Nebel, an dem insgesamt sechs Menschen starben, sah aus wie ein Schlachtfeld. Überall lagen Leichenteile und Trümmer der Autowracks.
Gegen 6 Uhr in der Früh stießen der voll besetzte Minivan, der Richtung Süden fuhr, und der Wagen des Falschfahrers bei dichtem Nebel frontal aufeinander. Die Polizei erklärte, es habe kurz vor dem Unfall Meldungen über einen Geisterfahrer auf der A5 gegeben.
Kurz nach dem Unfall hielt eine Autofahrerin auf dem Seitenstreifen an, um Erste Hilfe zu leisten. Sie wurde aber von einem heranfahrenden Auto überfahren und schwer verletzt. Ein weiterer Wagen sei an dem Folgeunfall beteiligt gewesen, teilte die Polizei mit.
Der Rettungsdienst war mit 22 Helfern und Notärzten sowie sechs Wagen im Einsatz. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren ebenfalls mit zahlreichen Kräften vor Ort. Sachverständige begutachteten im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Unfallstelle, Rechtsmediziner untersuchten die Opfer.
Die Autobahn wurde stundenlang zwischen Offenburg und Lahr in beide Richtungen gesperrt. Gegen 15.30 Uhr kam dann die Meldung, dass die Unfallstelle geräumt und die Sperrung aufgehoben sei.
Es ist der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb von drei Wochen auf Autobahnen in Baden-Württemberg.
Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tote bei Unfällen durch Geisterfahrer. Im Oktober starben zwei Kinder und ihr Vater beim Zusammenstoß mit einer Geisterfahrerin auf der A1 in Rheinland-Pfalz.
Bei einem Unfall in Bayern kamen eine 31-jährige Mutter und ihre beiden Töchter ums Leben. Ihr Wagen prallte auf der falschen Spur der Autobahn 73 nahe Bamberg gegen ein entgegenkommendes Auto.
Quelle: dpa
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