02.01.2013, 15:18 Uhr | dpa, dapd
Folgenschwere Geisterfahrt: Ein betrunkener Lastwagenfahrer steuert seinen 40-Tonner in falscher Richtung auf die A1. Er bemerkt den Fehler und wendet - dabei rasen zehn Autos in den Lkw. Zwei Menschen sterben, der Falschfahrer flüchtet.
Zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt. Der 47 Jahre alte Unfallverursacher sei volltrunken aus seinem Führerhaus geholt worden, sagte ein Polizeisprecher.
Der Fahrer des Sattelzuges aus Lettland war am Neujahrsabend im Autobahndreieck Stuhr (Niedersachsen) über die Ausfahrt entgegengesetzt zur Fahrtrichtung auf die Autobahn gefahren. Als der Fahrer seinen Fehler bemerkte, wendete er auf der dreispurigen Strecke.
Der querstehende Lastzug wurde für mehrere Autofahrer zum unausweichlichen Hindernis. Autos rutschten auf der feuchten Fahrbahn in die Leitplanken oder kollidierten mit anderen Wagen. Ein 26 Jahre alter Mann und eine 20 Jahre alte Frau aus Hannover starben.
Nach dem Unfall flüchtete der 47-Jährige mit seinem leicht beschädigten Fahrzeug Richtung Hamburg. Bei Oyten stoppten Polizeibeamte den Sattelzug. Der betrunkene Mann wurde vorläufig festgenommen. Derzeit sei er in Polizeigewahrsam in Delmenhorst untergebracht, sagte ein Sprecher.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde gegen den Mann ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Zur Begründung sagte ein Sprecher der Behörde, es sei damit zu rechnen, dass der Mann aus Lettland sich einem Strafverfahren in Deutschland entzieht.
Die Autos, die in den Lastwagen gerast waren, wurden zum Teil bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Die A1 war bis etwa 5 Uhr komplett gesperrt. Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Den Gesamtschaden schätzte die Polizei auf rund 85.000 Euro.
In den vergangenen Wochen hatten mehrfach schwere Unfälle mit Falschfahrten für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte darüber ausgelöst, wie Geisterfahrten verhindert werden können. Mitte November verloren sechs Menschen bei Offenburg ihr Leben, Ende November 2012 starb ein Autofahrer bei Herford und am vergangenen Sonntag waren zwei Menschen bei Dorsten im Ruhrgebiet die Opfer eines Falschfahrers.
Quelle: dpa, dapd
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