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Ärztin bekennt Schuld am Tod von Porno-Star "Sexy Cora"

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Ärztin bekennt Schuld am Tod von Porno-Star "Sexy Cora"

28.01.2013, 16:10 Uhr | dpa

Ärztin bekennt Schuld am Tod von Porno-Star "Sexy Cora". Die Narkoseärztin übernahm die Verantwortung für den Tod der Porno-Darstellerin "Sexy Cora" bei einer Brust-OP.

Die Narkoseärztin übernahm die Verantwortung für den Tod der Porno-Darstellerin "Sexy Cora" bei einer Brust-OP. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Die Narkoseärztin hat vor dem Landgericht Hamburg die Schuld an der tödlichen Brust-OP der Pornodarstellerin "Sexy Cora" eingeräumt. "Ich will nun zu meiner Verantwortung stehen", sagte die 56-Jährige am Montag beim Prozessauftakt.

Bei dem Eingriff vor zwei Jahren hatte die 23 Jahre alte Carolin Wosnitza einen Herzstillstand erlitten. Das habe sie während der Operation zu spät bemerkt, weil an einem Gerät ein Alarmton ausgeschaltet war, gestand die Medizinerin in ihrer Erklärung. "Ich würde alles darum geben, diesen Fehler wiedergutzumachen, aber das kann ich nicht."

Die als "Big-Brother"-Kandidatin bekanntgewordene junge Frau war nach mehreren Tagen im Koma am 20. Januar 2011 an einer Hirnlähmung gestorben. Sie hatte ihre Brüste schon mehrfach vergrößern lassen - doch Körbchengröße 70 F schien ihr immer noch nicht genug zu sein. Ihre Narkoseärztin muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Ihren Beruf habe sie aufgegeben, ihre Zulassung wolle sie aber nicht zurückgeben, sagte die Frau.

Eine genaue Erklärung, wie es überhaupt zu dem Herzstillstand des Porno-Stars gekommen sei, hatte die 56-Jährige nicht - nur Vermutungen. Sie sei sich aber sicher, bei der Beatmung nichts falsch gemacht zu haben.

Das sieht die Staatsanwaltschaft anders: Nach dem Einleiten der Vollnarkose habe die Anästhesistin nicht für eine ausreichende Beatmung über eine Sauerstoffmaske gesorgt. Der Sauerstoffmangel, der unbemerkt geblieben sei, habe den Herzstillstand ausgelöst. Darauf habe die Ärztin nicht mit den vorgeschriebenen Wiederbelebungsmaßnahmen reagiert. Vor Gericht gestand die Angeklagte ein, die neuen Richtlinien zur Reanimation nicht gekannt zu haben.

Auch nach der Darstellung eines medizinischen Gutachters hat die Frau ihre Sorgfaltspflichten verletzt. Es sei am wahrscheinlichsten, dass die Patientin nicht korrekt beatmet worden sei - und die Narkoseärztin dies nicht bemerkt habe, sagte der Sachverständige. Sie habe wichtige Werte offensichtlich nicht so überwacht, wie es erforderlich gewesen wäre. Auch habe sie die Daten nicht regelmäßig dokumentiert. Der Sauerstoffmangel habe dann vermutlich zu einem Herzstillstand geführt. Zudem hätte die Medizinerin nicht anfangen dürfen, die Narkose einzuleiten, ohne eine Hilfskraft - etwa eine Schwester - dabei zu haben.

Die Angeklagte schilderte, sie habe nach dem Tod der Patientin psychische Probleme bekommen. "Ich war so depressiv und zu nichts mehr fähig", berichtete die Großmutter eines Enkelkindes, die hoch verschuldet ist. Inzwischen gehe es ihr besser. An den Witwer von "Sexy Cora", Tim Wosnitza, gewandt, erklärte die Ärztin: "Ich denke oft an das Leid, das ich auch ihm angetan habe." Eine Entschuldigung gebe es dafür nicht. Der ehemalige Manager des Porno-Stars tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Im Internet vermarktet er seine platinblonde, tief gebräunte "Sexy Cora" bis heute.

"Ich kann nicht einschätzen, ob es eine ehrliche Reue war", sagte der 27-Jährige auf dem Gerichtsflur. Er hoffe, dass sich so ein schrecklicher Vorfall nie wiederhole. Die Frage, ob er Schadenersatz fordere, wollte Wosnitza nicht beantworten.

Der Prozess wird am 5. Februar fortgesetzt, dann werden die Plädoyers und der Richterspruch erwartet. Bei einer Verurteilung drohen der Ärztin eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft.

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