29.01.2013, 18:51 Uhr | dapd, dpa
Säurealarm am Alex: Laborproben der Polizei bestätigen "geringe Mengen" an Flusssäure (Quelle: dapd)
Erst Alarm, dann Entwarnung und dann doch eine ätzende Flüssigkeit an einem der belebtesten Plätze der Hauptstadt: Am Berliner Alexanderplatz sind sechs Bus- und Straßenbahnhaltestellen wegen eines Flusssäure-Alarms abgesperrt worden. Labortests der Kriminalpolizei bestätigten am Nachmittag die giftige Flüssigkeit auf Proben von Glasscheiben, wie die Polizei mitteilte.
Zwei Männer und ein zwölfjähriges Mädchen erlitten Verletzungen, nachdem sie an Bus- oder Straßenbahnhaltestellen mit der ätzenden Flusssäure in Kontakt gekommen waren.
Zwei Mitarbeiter einer Firma hatten die Polizei am Morgen zu einer Straßenbahnhaltestelle an der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße Ecke Memhardtstraße gerufen und über Atemwegsreizungen geklagt. Die beiden 28 und 62 Jahre alten Männer kamen ins Krankenhaus. Der Ältere wurde ambulant behandelt, der Jüngere musste zur Beobachtung in der Klinik bleiben.
Gegen 11.30 Uhr meldete sich die Mutter einer Zwölfjährigen. Die Schülerin berichtete von Schmerzen im Arm, nachdem sie an einer Bushaltestelle an der Marienkirche in eine Flüssigkeit auf einer Sitzbank gegriffen hatte. Das Mädchen wurde im Krankenhaus ambulant behandelt und dann nach Hause entlassen.
In der Zwischenzeit hatten Experten einige Scheiben aus dem Straßenbahnhäuschen begutachtet. Der Verdacht auf eine Beschädigung durch Flusssäure bestätigte sich zunächst nicht. Erst im Labor ließen sich "geringe Mengen" der Säure nachweisen, erklärte die Polizei.
Flusssäure ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit, die stark ätzend ist und Haut und Atemwege angreift. Gefürchtet ist sie unter anderem bei Betreibern von öffentlichen Verkehrsmitteln, weil sie häufig von sogenannten Scratchern benutzt wird, um Symbole in die Scheiben zu ätzen.
Aus Sicherheitsgründen waren die vermeintlich betroffenen Haltestellen am Morgen vorübergehend abgesperrt worden. Damit sollte laut Polizei verhindert werden, dass sich Fahrgäste verletzen. Die Straßenbahnen fuhren durch, Busse hielten etwas entfernt von den Häuschen. Die Haltestellen wurden laut BVG gereinigt, zwei Scheiben ausgetauscht.
Über weitere Verletzungen und Schäden sei bislang nichts bekannt, heißt es von der Polizei. Die Beamten stellten Anzeigen gegen Unbekannt wegen des Freisetzens von Giften, Sachbeschädigung und Körperverletzung.
Quelle: dapd, dpa
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