14.03.2013, 07:37 Uhr | dpa
Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist zum neuen Papst gewählt worden. Der 76 Jahre alte Erzbischof von Buenos Aires wurde als Franziskus das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken, verkündete Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran am Mittwochabend auf der Loggia des Petersdoms in Rom. Er ist damit der erste Papst aus Lateinamerika und es ist das erste Mal, dass ein Jesuit Kirchenoberhaupt wird.
Franziskus trat auf den Balkon und sprach zu den Gläubigen. Mit "Brüder und Schwestern, guten Abend" wandte er an die jubelnden Gläubigen. Wie es scheine, hätten ihn die Kardinäle vom Ende der Welt ausgesucht, sagte er. Franziskus I. dankte seinem Vorgänger Benedikt XVI. und betete für ihn. Man beginne nun den Weg der Brüderlichkeit, sagte der neu gewählte Kirchenführer aus Argentinien.
Anschließend spendete der neue Papst den Apostolischen Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Weltkreis.
Um 19.07 Uhr hatte weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle die erfolgreiche Wahl eines Papstes verkündet. Auf dem Petersplatz brandete daraufhin unter den tausenden versammelten Menschen großer Applaus auf. Die Glocken des Petersdoms läuteten, aber auch bald die des Kölner Doms und anderer Kirchen in Deutschland.
Das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers für Benedikt XVI. gehörte zu den kürzesten der Kirchengeschichte. Fünf Wahlgänge waren notwendig. Benedikt wurde im Jahre 2005 schon nach vier Wahlgängen gewählt.
Für den Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. kam die Wahl des neuen katholischen Kirchenoberhauptes Jorge Mario Bergoglio überraschend. "Ich bin völlig überrascht", sagte Georg Ratzinger in Regensburg. "Ich habe keinen Eindruck von ihm."
Der 89-Jährige bekannte, dass er Bergoglio nicht "auf meiner Liste hatte". Er habe mit seinem Bruder nie über ihn gesprochen. "Der Name ist nie gefallen."
Trotz nasskalten Wetters hatten sich auch am Mittwoch bereits tagsüber zahlreiche Menschen auf dem Petersplatz versammelt. Auf Großbildschirmen dort, im Fernsehen und im Internet war wie schon zu Beginn des Konklaves der berühmteste Schornstein der Welt zu sehen.
Als Termin für die Einführungsmesse des neuen Papstes ist in Rom der 19. März im Gespräch. "Das ist eine gute Annahme", sagte Lombardi vor Journalisten. Joseph Ratzinger, der sich nach seinem Rücktritt als Papst vor zwei Wochen nach Castel Gandolfo zurückgezogen hat, schaue zwar auch im Fernsehen, ob im nahen Rom weißer oder schwarzer Rauch aufsteigt. An der Einführungsmesse seines Nachfolger werde er allerdings voraussichtlich nicht teilnehmen, sagte Lombardi.
Quelle: dpa
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