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Papst Franziskus: Sein erster Arbeitstag nach dem Konklave 2013

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Papst Franziskus' erster Arbeitstag: scherzen und mahnen

15.03.2013, 10:04 Uhr | AFP, dpa, dapd

Papst Franziskus: Sein erster Arbeitstag nach dem Konklave 2013. Papst Franziskus (Quelle: dpa)

Seine erste Messe als Papst: Franziskus (Quelle: dpa)

Beten, Messe halten, Briefe schreiben. Sogar sein Gepäck aus dem Gästehaus in Rom holte Papst Franziskus persönlich ab. An seinem ersten Arbeitstag nach der Wahl im Konklave hatte der 76-Jährige ordentlich zu tun. Höhepunkt war seine erste Messe als Papst in der Sixtinischen Kapelle am Abend.

Gemeinsam mit den wahlberechtigten Kardinälen zelebrierte Franziskus die Messe zum Abschluss des Konklaves.

"Dann sind wir keine Jünger des Herrn"

Er warnte die Kirche davor, Gott aus dem Blick zu verlieren. Ohne die Verkündigung Jesu "werden wir eine barmherzige Nichtregierungsorganisation", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. "Wenn wir ohne das Kreuz voranschreiten, aufbauen und bekennen, dann sind wir keine Jünger des Herrn". Und weiter: "Wenn wir uns nicht zu Jesus Christus bekennen, bekennen wir uns zur Diesseitigkeit des Teufels"

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In all dem gehe es um Bewegung, sagte Franziskus in seiner wenige Minuten langen und frei gehaltenen Ansprache. Diese Dinge seien aber nicht immer einfach, weil es immer auch Rückwärtsbewegungen gebe. Die Messe beendete offiziell das Konklave.

Mit Schwung angepackt

Während Vorgänger Benedikt seine Wahl 2005 drastisch als "Fallbeil" bezeichnete und sich im Amt zunächst berappeln musste, wollte Franziskus seine Aufgabe direkt mit Schwung anpacken. Der erste Weg aus dem Vatikan führte Papst Franziskus zur Mutter Gottes. Etwa zwanzig Minuten betete er in der Basilika Santa Maria Maggiore vor einer Marienikone.

Einen schlichten Blumenstrauß legte er dort ab. Danach sprach der Papst spontan mit ein paar Schülern und betete vor einem Seitenaltar, an dem im 16. Jahrhundert Jesuiten-Gründer Ignatius von Loyola gebetet hat. Jeder Schritt des Papstes wurde genau beobachtet - allmählich muss sich daraus das Puzzle zusammensetzen, wohin er die Kirche lenken will.

Ein anderer Wind

Im Vatikan bekamen sie schnell zu spüren, dass nun ein anderer Wind weht. Am Abend seiner Wahl zeigte Franziskus sich mit seiner schlichten weißen Soutane und in der Art der Ansprache an die Gläubigen Bescheidenheit, Frömmigkeit und eine starke Zugewandheit zum Menschen.

Am Donnerstag mit seinem ungewöhnlichen ersten Ausflug nur Stunden nach der Wahl raus aus dem Vatikan zeigte er Spontaneität. Es gebe bei diesem Papst eine neue Art, die Dinge zu tun, sagt Vatikansprecher Federico Lombardi. So lehnte der neue Papst auch die ihm nun zustehende Limousine ab und fuhr lieber zusammen mit den anderen Kardinälen am Abend nach seiner Wahl im Kleinbus zum Essen.

Eine gute Portion Humor

Und bei diesem Essen zeigte er eine gute Portion Humor. Zuerst dankte Franziskus laut Lombardi den Kardinälen für die Wahl, um dann aber hinterher zu schieben: "Möge Gott Euch vergeben für das, was Ihr getan habt!"

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Noch andere kleine Anekdoten, die Lombardi preisgibt, verraten eine für den Vatikan unbekannte Frische. So ließ sich der Papst in einem einfachen Polizeiwagen ohne die übliche Motorrad-Eskorte zum Gebet zur Basilika fahren.

Beziehungen zu Juden verbessern

Auf dem Rückweg machte er kurz in dem Gästehaus halt, in dem er vor dem Einzug ins Konklave gelebt hat: Der Papst habe dort dann selbst seine Taschen gepackt und danach selbst seine Rechnung beglichen - so, als habe er ein gutes Beispiel geben wollen.

Der neue Papst will ferner die Beziehungen zwischen Katholiken und Juden verbessern. Franziskus schrieb einen entsprechenden Brief an die jüdische Gemeinde in Rom. "Ich hoffe sehr, zum Fortschritt in den Beziehungen zwischen Juden und Katholiken beitragen zu können", heißt es in dem auf der Internetseite der jüdischen Gemeinde veröffentlichten Schreiben. Es müsse eine neue Atmosphäre der Kooperation geschaffen werden.

Franziskus verbrachte einige Monate in Frankfurt

Inzwischen ist auch klar, dass Franziskus etwas mit Deutschland verbindet. In den 80er Jahren verbrachte er einige Monate an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Er habe an der kirchlichen Hochschule aber weder studiert noch promoviert, sagte eine Sprecherin. Der Jesuit habe sich vielmehr mit einzelnen Professoren über ein mögliches Dissertationsthema beraten, heißt es auf der Homepage der Hochschule. Zu einem Abschluss sei es nicht gekommen.

Der 76-jährige Jorge Mario Bergoglio ist der erste Jesuit und der erste Lateinamerikaner auf dem Stuhl Petri sowie der erste außereuropäische Bischof von Rom seit fast 1300 Jahren. Der Argentinier, der schon vorher als "Kardinal der Armen" galt, gab sich als erster Papst den Namen des Heiligen Franz von Assisi: Franziskus.

 
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