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Papst trifft Papst - Historische Begegnung, privater Charakter

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Papst trifft Papst - Historische Begegnung, privater Charakter

23.03.2013, 19:24 Uhr | AFP, dpa, dapd, t-online.de

Papst trifft Papst - Historische Begegnung, privater Charakter. Es ist eine Begegnung von einzigartiger historischer Dimension: Papst Franziskus hat seinem Vorgänger Benedikt XVI. einen Besuch auf der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo abgestattet (Quelle: Reuters)

Ein noch nie dagewesenes Bild: Zwei Päpste in freundlicher Umarmung, Franziskus (links) trifft Vorgänger Benedikt (Quelle: Reuters)

 

Es ist eine Begegnung von einzigartiger historischer Dimension: Papst Franziskus hat seinem Vorgänger Benedikt XVI. einen Besuch auf der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo abgestattet. Die italienische Zeitung "La Stampa" sprach von einer "Machtübergabe", wie es sie in der Geschichte des Christentums noch nicht gegeben habe.

Normalerweise endet die Amtszeit des Oberhaupts der Katholischen Kirche mit dessen Tod. Im Mittelalter kam es jedoch auch vor, dass mehrere Päpste regierten. Die betrachteten sich dann allerdings als Feinde. Als solche können Jorge Mario Bergoglio und Joseph Ratzinger freilich nicht bezeichnet werden.

Per Helikopter wurde der Argentinier zu dem Domizil nahe Rom geflogen, wo er persönlich vom emeritierten Papst und dessen Personal begrüßt wurde. Auf der Piazza des Ortes über dem Albaner See kamen Applaus und "Franziskus"- und "Benedikt"-Rufe auf.

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Dann begaben die beiden sich in die päpstliche Bibliothek der Residenz, bevor sie gemeinsam zu Mittag aßen. Dutzende Gläubige, Schaulustige, Fotografen und Journalisten hatten sich in der Hoffnung versammelt, dass sich die beiden Päpste einmal am Fenster zeigen würden.

Benedikt XVI. lebt seit seinem Rücktritt am 28. Februar auf Castel Gandolfo. Seitdem war er nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Wahl seines Nachfolgers verfolgte Ratzinger vor dem Fernseher. Franziskus dankte seinem Vorgänger seit seiner Wahl mehrfach für dessen Arbeit und telefonierte mit ihm.

Vatikan betont privaten Charakter des Treffens

Zum Inhalt der Gespräche machte der Vatikan keine Angaben. Stattdessen betonte der Kirchenstaat den privaten Charakter des einzigartigen Treffens. Wie es heißt, hatte Ratzinger ein persönliches Memorandum für seinen Nachfolger vorbereitet.

Das Geheimdossier zu der Affäre um Dokumentenklau aus den päpstlichen Gemächern liege Franziskus bereits vor, ließ Vatikansprecher Federico Lombardi wissen. Ratzinger hatte verfügt, dass nur sein Nachfolger den brisanten Untersuchungsbericht lesen solle.

"Man muss sich nur einmal vorstellen, wie viel die beiden Päpste zu besprechen haben", begeisterte sich der römische "Il Messaggero". Details dürften freilich kaum bekannt werden.

Höchstwahrscheinlich haben die großen aktuellen und heiklen Themen auf der Agenda gestanden - von der Reform der Kurie über die Vatileaks-Affäre bis zum Umgang mit dem Missbrauchsskandal und die schwindende Zahl der Kirchenanhänger vor allem in der westlichen Welt.

Foto-Serie: Der neue Papst steht fest

Beide Päpste kennen sich schon lange

Der 76-jährige Papst und sein 85-jähriger Vorgänger kennen sich bereits seit Längerem. Bergoglio soll 2005 nach dem Tod von Johannes Paul II. bei der Wahl Ratzingers dessen stärkster Konkurrent und somit schon nah dran am Heiligen Stuhl gewesen sein.

Inhaltlich nah beieinander sind beide Geistliche mit ihren konservativen Ansichten zu Themen wie Homoehe und Abtreibung. In ihrem Auftreten unterscheiden die Kirchenmänner sich jedoch stark. Franziskus gab sich bei seinen bisherigen Auftritten bescheiden und volksnah, während Benedikt XVI. als weniger spontan und reservierter gilt.

Sein Alter ließ den Deutschen spüren und erklären, dass er die Kirche nicht mehr würdig und tatkräftig genug würde führen können. Zudem strebe er nach Ruhe, um sich allein Gott und seinen eigenen Schriften widmen zu können.

Bald schon wird Benedikt XVI. in den Vatikan zurückkehren, um dort allerdings "verborgen für die Welt" die letzte Phase seines Lebens zu verbringen - im Klausurkloster Mater Ecclesiae. Die freiwillige Rücktrittsentscheidung war von vielen als "revolutionär" gewürdigt worden.

Kritiker fürchten Schattenpapst, Benedikt XVI. beruhigt

Die einmalige Situation, zwei Päpste gleichzeitig hinter den Mauern des Heiligen Stuhls zu haben, löste aber auch Besorgnis aus. "Es droht mit Benedikt XVI. ein Schattenpapst, der zwar abgedankt hat, aber indirekt weiter Einfluss nehmen kann", sagte etwa der romkritische Theologe Hans Küng kürzlich dem "Spiegel".

Ratzinger war solchen zu erwartenden Spekulationen von Anfang an entgegengetreten. Vielmehr gelobte er dem Nachfolger bedingungslosen Gehorsam und betet für Franziskus.

Der Deutsche ist das erste zurückgetretene Kirchenoberhaupt seit dem Mittelalter. Coelestin V. war 1294 zum Papst gewählt worden, um einen Streit zwischen den Kardinälen zu beenden. Kurz nach seiner Ernennung erließ er ein Dekret, das Papstrücktritte ermöglichte, und dankte bereits nach fünf Monaten ab. Benedikt XVI. stand den weltweit rund 1,2 Milliarden Katholiken immerhin knapp acht Jahre vor.

 
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