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Backnang: Brandkatastrophe wohl von Bewohnern ausgelöst

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Brand in Backnang wohl versehentlich ausgelöst

05.04.2013, 09:40 Uhr | dpa, dapd

Backnang: Brandkatastrophe wohl von Bewohnern ausgelöst. Entgegen erster Annahmen ist die Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten wohl versehentlich von den Bewohnern selbst ausgelöst worden. (Quelle: dpa\Polizei Waiblingen)

Sicher ist nicht nur die fatale Wirkung des Feuers von Backnang mit acht Toten, sondern inzwischen auch, dass weder Brandstiftung noch ein technischer Defekt Ursache waren (Quelle: Polizei Waiblingen/dpa)

 

Entgegen erster Annahmen ist die Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten wohl versehentlich von den Bewohnern selbst ausgelöst worden. Ein zunächst vermuteter technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte der Leiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Siegfried Mahler. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es auch nicht.

Als Brandursache komme vielmehr unvorsichtiger Umgang mit Feuer im Bereich der Schlafcouch einer Großmutter infrage. Das hätten auch Sachverständige des Forensischen Instituts Zürich bestätigt.

Bei dem Feuer vor rund vier Wochen waren eine aus der Türkei stammende 40-jährige Mutter und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen. Die Opfer waren zur Bestattung in die Türkei überführt und dort erneut obduziert worden.

Foto-Serie: Großbrand in Backnang

Die Großmutter, ein Enkel sowie dessen Onkel konnten sich aus dem brennenden Gebäude retten. Die Oma war noch am Tag nach der Brandnacht wieder an die Unglücksstelle zurückgekehrt.

Türkische Interessenvertreter hatten Kritik geäußert

Unter anderem hatte die Polizei einen Holzofen in der Wohnung sowie elektrische Leitungen als mögliche Brandursache in Betracht gezogen. Das Feuer habe sich aber an einer Stelle entflammt, an der sich weder elektrische Installationen noch elektrische Geräte befanden.

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Von türkischer Seite hatte es unter anderem Kritik daran gegeben, dass die Polizei ziemlich schnell einen fremdenfeindlichen Anschlag ausgeschlossen hatte. So hatte der türkische Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag getwittert: "Von Deutschland erwarten wir, den wahren Grund des Brandes ohne Platz für Zweifel aufzuklären und der Öffentlichkeit mitzuteilen."

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hatte im "Kölner Stadt-Anzeiger" gefordert, in solchen Fällen solle grundsätzlich von einem rechtsradikalen Hintergrund ausgegangen werden.

Keine weiteren Ermittlungen

Thomas Schöllhammer von der Polizeidirektion Waiblingen sagte, Hinweise auf Einwirkung von außen könnten definitiv ausgeschlossen werden. Was möglicherweise als Auslöser des Brandes in Betracht komme, lasse sich nicht mehr feststellen. Familienangehörige hätten in der Wohnung geraucht, auch in dem Gästezimmer, in dem der Brand ausgebrochen sei.

Laut Staatsanwalt Mahler hielten sich dort die Großmutter und zwei ihrer Enkel auf. Sie hätten vergeblich versucht, das Feuer zu löschen. Als die Flammen auf die Einrichtung überschlugen, war der 40-jährigen Mutter, die sich mit einem Baby in einem anderen Raum befand, die Flucht versperrt. Vier weitere Söhne erstickten im Schlaf.

Zurzeit werde gegen niemanden wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Dieses stehe auch nicht im Vordergrund. Die Großmutter sei zunächst als Zeugin gehört worden, aber zurzeit nicht vernehmungsfähig. 

 
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