27.06.2013, 19:33 Uhr | dpa
Der italienische Mode-Unternehmer Vittorio Missoni ist im Januar mit einem Kleinflugzeug in der Karibik abgestürzt (Quelle: Reuters/dpa)
Rund sechs Monate nach dem Verschwinden eines Flugzeuges mit dem italienischen Mode-Unternehmer Vittorio Missoni an Bord ist das Wrack der Maschine in Venezuela entdeckt worden. Das Flugzeug mit den Kennnummer "YV2615" habe geortet werden können, teilte der Sprecher des venezolanischen Innenministeriums Jorge Galindo über Twitter mit.
Auch das italienische Außenministerium bestätigte den Fund. "Das Wrack befand sich in 70 Meter Tiefe, das Flugzeug war in mehrere Teile zerbrochen, aber die Nummer war lesbar", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Ansa.
Der Kontakt zu dem Flugzeug war abgerissen, als sich die Maschine auf dem Weg von dem Karibik-Archipel Los Roques zum internationalen Flughafen Maiquetía bei Caracas befand.
Die Nachricht dürfte die Missoni-Familie nun erneut schwer treffen, auch wenn es nach monatelanger quälender Ungewissheit, vielleicht auch eine Erleichterung sein könnte. Sie musste in diesem Jahr schwere Schicksalsschläge verkraften. Erst verschwand das Flugzeug mit dem 58-jährigen Vittorio Missoni und seiner Ehefrau und dann starb im Mai Ottavio Missoni, der Gründer des gleichnamigen Fashion-Labels und der Vater Vittorios im Alter von 92 Jahren.
Die Familie hatte lange nach dem Verschwinden des Flugzeuges auf ein Wunder gehofft. Doch schon im Januar verdichteten sich die Hinweise auf einen Absturz, als ein deutscher Tourist eine Tasche fand, die vermutlich aus dem Flugzeug stammte, das sich am 4. Januar 2013 auf den Weg zum Festland machte.
An dem besagten 4. Januar, einem Freitag, stiegen die Eheleute Missoni mit einem weiteren italienischen Paar in die kleine zweimotorige Britten-Norman-Maschine "BN2" Islander, die einen fast legendären Ruf als robustes Buschflugzeug und "Inselhopper" hat. An Bord des Flugzeuges waren auch der venezolanische Pilot Hernán Merchán und dessen Co-Pilot José Ferrer.
Der letzte Funkkontakt war gegen 18 Uhr. Seitdem war die Maschine verschollen. Am dem Freitagabend wollten die Italiener von internationalen Flughafen Maiquetiá, rund 30 Kilometer von Caracas entfernt, zurück in ihre Heimat fliegen.
Familienmitglieder waren selbst nach Venezuela geflogen, um bei der Suche zu helfen. Der Sohn Vittorio Missonis, Ottavio, schloss lange Zeit andere Möglichkeiten für das Verschwinden des Vaters bis hin zu einer Entführung nicht aus.
"Ein Flugzeug kann nicht einfach so verschwinden, auf einer so kurzen Strecke und ohne Spuren zu hinterlassen. Keiner wird uns davon überzeugen, bis das Gegenteil bewiesen ist", hatte er im Januar gesagt. Nun ist die Stunde der traurigen Wahrheit gekommen.
Die Familie reagierte am Donnerstag in einem Statement auf die Nachricht aus Venezuela: "Die Familien danken der venezolanischen Regierung und der italienischen Regierung für ihren Einsatz, der die Suche möglich gemacht hat und vertrauen darauf, dass die Untersuchungen fortgesetzt werden bis die Ursache für das Unglück geklärt ist." Das Wrack sei mit Hilfe des US-Schiffes "Deep Sea" geortet worden.
Die Kurzflugstrecke Los Roques-Maiquetia ist nicht ungefährlich. Bereits vorige Woche hatten die venezolanischen Behörden mit Hilfe eines US-Spezialschiffes das Wrack eines anderen Flugzeuges geortet, das 2008 auf der gleichen Route nur in umgekehrter Richtung mit 14 Menschen an Bord ins Meer gestürzt war.
27.06.2013, 19:33 Uhr | dpa
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