08.07.2013, 13:00 Uhr | AP/dpa, dpa
Rettungswagen auf dem Weg zur Unglücksmaschine auf dem Flughafen von San Francisco (Quelle: Reuters)
Die dramatische Bruchlandung von San Francisco wird von einem tragischen Ereignis überschattet: Eines der beiden Todesopfer kam womöglich nicht bei dem eigentlich Unglück ums Leben, sondern erst danach - durch ein Rettungsfahrzeug.
Viele Löschfahrzeuge und Krankwagen kamen nach der missglückten Landung herbeigeeilt, weil die Boeing 777 der Asiana Airlines Feuer gefangen hatte - dabei wurde womöglich eine der beiden 16-jährigen Chinesinnen überfahren. Den Verdacht hat jedenfalls der zuständige Gerichtsmediziner: Die Art der Verletzungen würde darauf hindeuten.
Die Ursache der Bruchlandung von Frisco ist derweil klar: Die Boeing 777 flog den schwierigen Flughafen zu langsam an. Wie die Fluggesellschaft inzwischen eingeräumt hat, hatte der Pilot dabei weder viel Erfahrung mit dem Flugzeugtyp noch mit dem Flughafen.
Die Auswertung des Voice-Rekorders stützt offenbar die Hinweise auf den entscheidenden Pilotenfehler, zu langsam gewesen zu sein. "Wir sprechen hier nicht von ein paar Knoten", sagte die Chefin der Transportsicherheitsbehörde (NTSB), Deborah Hersman. Die Geschwindigkeit lag deutlich unter den geforderten 253 Stundenkilometern.
Ein vom TV-Sender CNN veröffentlichtes Video legt zudem nahe, dass die Maschine viel zu tief flog, bevor sie die Landebahn erreichte. Möglicherweise prallten bei der Landung die Räder gegen eine Begrenzung, so dass der Pilot die Kontrolle über den Flieger verlor, meinen Beobachter. Der als schwierig geltende Flughafen liegt am Ufer der Bucht von San Francisco, die Landebahnen ragen ins Meer hinaus.
Das automatische Warnsystem habe die Piloten informiert, dass ein Strömungsabriss drohe. Diese hätten daraufhin zwar die Geschwindigkeit erhöht. Offenbar aber nicht stark genug. Denn rund 1,5 Sekunden vor dem Aufprall wurde ein Ruf im Cockpit aufgezeichnet, die Landung abzubrechen, wie Hersman weiter sagte. Zwischen den Piloten und der Flugsicherung am Boden habe es zuvor nach den bisherigen Auswertungen keine Kommunikation über mögliche Probleme beim Anflug gegeben.
Bei der Bruchlandung der Maschine mit 307 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord waren am Samstag zwei 16-jährige Chinesinnen ums Leben. Mehr als 180 der Insassen mussten mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Sechs Menschen waren am Sonntag noch in kritischem Zustand. Zwei Verletzte seien gelähmt, teilte das San Francisco General Hospital mit.
Vor ihrer Pressekonferenz am Sonntag hatte NTSB-Chefin Hersman in einem Fernsehinterview erklärt, dass am Flughafen von San Francisco seit Juni der sogenannte Gleitpfad zur Landenavigation ausgefallen sei. Darüber seien die Piloten aber vorab informiert worden. Zudem gebe es eine Reihe anderer Instrumente, die bei der Landung helfen. Allerdings werde auch dieser Aspekt noch untersucht.
Die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines erklärte inzwischen, der Pilot habe eine Boeing 777 zuvor noch nie auf dem Flughafen in San Francisco gelandet. Er habe noch am Samstag versucht, sich mit der Maschine weiter vertraut zu machen. Bislang hatte er laut einer Sprecherin zwar schon fast 10.000 Flugstunden absolviert, aber erst 43 auf einer Boeing 777.
08.07.2013, 13:00 Uhr | AP/dpa, dpa
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