15.07.2013, 13:54 Uhr | dpa, AFP
Nach der Bruchlandung einer Boeing 777 in San Francisco mit drei Toten hat ein rassistischer Witz in der amerikanischen TV-Berichterstattung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der kalifornische Sender KTVU hatte in seinen Nachrichten die vermeintlichen Namen der koreanischen Piloten vermeldet. Kurze Zeit später entpuppten sich diese als Scherz.
"Sum Ting Wong, Wi Tu Lo, Ho Lee Fuk, Bang Ding Ow" war in den KTVU-Nachrichten neben einem Bild der ausgebrannten Maschine zu lesen. Was Moderatoren und Redakteure zu spät merkten: Laut ausgesprochen gleichen die Namen einer Beschreibung des Unfallhergangs in etwas gebrochenem Englisch und mit asiatischem Akzent: "Something wrong, we too low, holy fuck, bang ding ow", auf Deutsch: "Etwas falsch, wir zu tief, heilige Scheiße, bumm krach aua." Schnell häuften sich die Kommentare im Internet von empörten Nutzern über den rassistischen, geschmacklosen Scherz.
Die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines kündigte an, die US-Verkehrsbehörde und den TV-Sender verklagen zu wollen. Die Würde der vier Piloten und des Unternehmens sei durch die beleidigenden Fantasienamen "ernsthaft beschmutzt" worden, teilte Asiana mit. Deshalb würden nun rechtliche Schritte eingeleitet.
Den Schnitzer bemerkte der Sender erst in der laufenden Berichterstattung. Schnell folgte eine umfassende Entschuldigung bei den Zuschauern. Man habe mehrere Fehler gemacht, sagte Moderator Frank Somerville. So hätte KTVU die Namen weder laut ausgesprochen, noch nach der genauen Position des Mitarbeiters der US-Behörde für Verkehrssicherheit (NTSB) gefragt, der dem Sender die Namen telefonisch bestätigt hatte.
Die Reaktion der NTSB ließ nicht lange auf sich warten. In einer Mitteilung entschuldigte sich die Behörde für die "falschen und beleidigenden" Namen. Schuld sei ein Praktikant gewesen, der außerhalb seiner Befugnisse gehandelt und dem Sender die zweifelhaften Namen bestätigt habe. Fiel KTVU also auf einen Scherz der Behörde herein?
Eine wirklich eindeutige Antwort der NTSB blieb aus. Die Namen seien beim Sender entstanden, teilte die Sprecherin Kelly Nantel mit. Woher genau der Sender diese Namen habe, könne sie allerdings nicht sagen. Klar wurde nur: Den täglichen Wettlauf um exklusive Nachrichten hatte KTVU zwar zwischenzeitlich gewonnen, allerdings auf Kosten der Wahrheit.
Die Zahl der Todesopfer hatte sich am Freitag auf drei erhöht, nachdem ein Mädchen seinen Verletzungen erlag. Sechs Verletzte werden stationär behandelt, teilte das Krankenhaus in San Francisco mit, zwei von ihnen befinden sich noch in kritischem Zustand. Die vom Crash schwer beschädigte Landebahn wurde inzwischen wieder freigegeben.
15.07.2013, 13:54 Uhr | dpa, AFP
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