22.07.2013, 13:47 Uhr | AFP
Papst Franziskus liebt es, sich unters Volk zu mischen und den direkten Kontakt zu den Gläubigen zu suchen (Quelle: dpa)
Die erste Auslandsreise führt Papst Franziskus nach Brasilien. Auf der siebentägigen Reise möchte sich das katholische Kirchenoberhaupt wie gewohnt volksnah geben und direkten Kontakt zu den Gläubigen suchen. Das macht es den brasilianischen Sicherheitskräften nicht leicht, den 76-Jährigen während seines Besuchs - unter anderem auf dem Weltjugendtag - zu schützen. Auf das gepanzerte Papamobil beispielsweise will der Argentinier verzichten.
"Ich komme in ein paar Stunden in Brasilien an und mein Herz ist jetzt schon voller Freude", twitterte der Papst kurz nach seinem Abflug aus Rom. Wenn er um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit Rio de Janeiro erreicht, steht dort zunächst ein Treffen mit Präsidentin Dilma Rousseff auf dem Programm. Am Dienstag besucht Franziskus dann den Weltjugendtag, zu dem bis zu 1,5 Millionen Teilnehmer aus rund 170 Ländern erwartet werden.
Zum Leidwesen seiner Leibwächter verzichtet der Papst dabei auf das kugelsichere Papamobil, das seine beiden Vorgänger nutzten. Insgesamt sind während der knapp einwöchigen Reise 13 öffentliche Ansprachen geplant und bei den meisten Veranstaltungen ist der Verlauf unter Sicherheitsaspekten schwer abzuschätzen.
So besucht Franziskus am Donnerstag eine kleine Kapelle in der Favela Varginha, einem der mehr als 1000 Armenviertel von Rio de Janeiro. In vielen haben gefährliche Drogenbanden oder Milizen das Sagen.
Tags darauf führt es den Papst an den Strand der Copacabana, wo rund eine Million junge Katholiken zum Kreuzweg des Weltjugendtags erwartet werden. Nach Angaben des Vatikans fährt Franziskus an Tausenden Gläubigen vorbei in einem offenen Wagen zum Strand.
Die Behörden hatten darauf gedrängt, dass der Papst dafür das gepanzerte Papamobil nutzt - doch der Vatikan erklärte, Franziskus steige gerne häufig aus dem Fahrzeug aus, um Gläubige zu begrüßen, und das sei im gesicherten Papamobil nicht möglich.
"Mit einem kugelsicheren Wagen hätten wir weniger Sorgen", sagt General José Abreu, bei den Streitkräften für das Sicherheitskonzept während des Besuchs zuständig. "Es ist eine persönliche Entscheidung, und wir respektieren sie. Aber das ist nicht annähernd angenehm für die Sicherheitskräfte."
Dies gilt besonders vor dem Hintergrund teils gewaltsamer landesweiter Proteste gegen die Ausgabenpolitik der Regierung, die wachsende soziale Kluft und die grassierende Korruption vergangenen Monat. Auch während des Papst-Besuchs sind Demonstrationen geplant. José Beltrame, der für die Polizei zuständige oberste Sicherheitsbeamte des Staats Rio de Janeiro, sagt, die Sicherheitskräfte seien gewappnet. Die Proteste stellten jedoch einen Unsicherheitsfaktor dar: "Die Polizei muss flexibel sein und sich anpassen, weil es keine koordinierte Protestagenda gibt."
Kontrollstellen oder die Durchsuchung von Taschen werde es nicht geben, hat die brasilianische Polizei erklärt. Doch sind während des Papst-Besuchs rund 10.000 Polizisten und mehr als 14.000 Soldaten im Einsatz. Sechs Militärflugzeuge oder -hubschrauber stehen dem Papst als Transportmittel zur Verfügung. Von fast 100 Aussichtstürmen behalten Polizisten rund 1,5 Millionen Menschen im Auge, die zu einer weiteren Massenveranstaltung erwartet werden, der Messe zum Abschluss des Weltjugendtags in Guaratiba, 50 Kilometer westlich von Rio.
Insgesamt kosten die Sicherheitsmaßnahmen und logistischen Anstrengungen den brasilianischen Staat rund 40 Millionen Euro. Dennoch werden bei einigen Gelegenheiten nur Franziskus' direkte Sicherheitsbeamte in seiner unmittelbaren Nähe sein, so dass die Gläubigen selbst für seinen Schutz Verantwortung tragen. "Ein Großteil der Sicherheit des Papstes wird vom brasilianischen Volk gewährleistet", sagt Präsidialamtsminister Gilberto Carvalho.
Für die brasilianische Regierung ist der Papst-Besuch ein Testlauf für die Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr und die Olympischen Spiele 2016, zu denen ebenfalls Millionen Besucher erwartet werden. Zur Vorbereitung sind Soldaten bereits in zahlreiche Favelas eingedrungen, um Drogenbanden zu verdrängen und die staatliche Kontrolle wieder herzustellen - mit unterschiedlichem Erfolg.
22.07.2013, 13:47 Uhr | AFP
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