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Wenn der Gigant kippt

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Bergung der "Costa Concordia"

Wenn der Gigant kippt

14.09.2013, 16:09 Uhr | Von Annette Langer, Spiegel Online

Costa Concordia, Giglio (Quelle: dpa)

Die "Costa Concordia" liegt vor dem Hafen von Giglio. (Quelle: dpa)

Noch nie wurde versucht, ein so großes Schiff wie die havarierte "Costa Concordia" aus dem Wasser zu ziehen und aufzurichten. Projektleiter Franco Porcellacchia ist sich sicher: "Das Schiff hält die Belastung aus." Doch er hat nur einen Versuch. (Das Interview mit Franco Porcelacchia lesen Sie hier)

Es ist eine historische Operation, die Spezialisten der Bergungsfirmen Titan Salvage und Micoperi am Montag in Angriff nehmen werden. Die wie ein gestrandeter Wal vor der Insel Giglio liegende "Costa Concordia", einst der Stolz der Reederei Costa Crociere, soll aufgerichtet werden.

32 Menschen starben, als das Schiff am 13. Januar 2012 vermutlich durch Unfähigkeit und Leichtsinn des Kapitäns und einiger Offiziere mit einem der Insel vorgelagerten Felsen kollidierte und sich auf die Seite legte.

Beim Aufstellen des Wracks haben die Techniker nur einen einzigen Versuch für das sogenannte Parbuckling. Wenn er misslingt, muss das Wrack vor Ort in Einzelteile zerlegt werden, was unabsehbare Folgen für die Umwelt hätte. Die Vorarbeiten waren kompliziert, wurden immer wieder unterbrochen von Schlechtwetterphasen.

So soll die Bergung ablaufen

Derzeit liegt die "Costa Concordia" mit 65 Grad Schlagseite festgezurrt auf zwei Granitfelsen vor der Insel. Sie soll auf eine unter Wasser installierte Metallplattform gezogen und aufgerichtet werden. Der Schiffsrumpf ist über Stahlleinen mit Plattformen verbunden, auf denen schwere Hydraulikzylinder installiert sind. Diese Zylinder sollen die Leinen anspannen und das Wrack hochziehen. Zusätzlich sollen 15 backbord angebrachte Tanks mit Wasser befüllt werden, um die Rollbewegung zu unterstützen.

Foto-Serie: So soll die "Costa Concordia" geborgen werden

Das Parbuckling ist ein vorsichtiges In-die-Vertikale-Ziehen, das zehn bis zwölf Stunden dauern kann. Eine gigantische Konzentrationsarbeit für alle Beteiligten, die mit dem Bersten der Rumpfwände und einer großen Enttäuschung enden kann.

Schiff soll nach dem Winter abgefrackt werden

Sollte das Manöver jedoch gelingen, wird das Schiff den Winter aufrecht vor Giglio verbringen, noch mehr rosten und dann zum Abwracken abgeschleppt werden.

Projektleiter Franco Porcellacchia wird das Parbuckling überwachen. Der 60-jährige Ingenieur bringt zu Ende, was er einst mit Kollegen hoffnungsvoll begann: den Bau der "Costa Concordia". Als technischer Direktor überwachte er damals die Konstruktion des Kreuzfahrtschiffs. Jetzt muss er das Wrack zu Grabe tragen.

Das Interview mit Projektleiter Franco Porcelacchia zur Bergung der "Costa Concordia" lesen Sie hier.

14.09.2013, 16:09 Uhr | Von Annette Langer, Spiegel Online

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