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Flugzeugabsturz in Kolumbien: Maschine ging der Sprit aus

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Flugzeugabsturz in Kolumbien  

Ursache geklärt: Maschine hatte keinen Treibstoff mehr

01.12.2016, 08:50 Uhr | AFP, sid

Flugzeugabsturz in Kolumbien: Maschine ging der Sprit aus. Nach dem Flugzeugabsturz herrschen Bestürzung und Trauer in Brasilien. (Quelle: dpa)

Nach dem Flugzeugabsturz herrschen Bestürzung und Trauer in Brasilien. (Quelle: dpa)

Ausgegangener Treibstoff hat den Flugzeugabsturz mit der Delegation des brasilianischen Fußball-Erstligisten Chapecoense verursacht. Das bestätigte offiziell die zivile Luftfahrtbehörde Kolumbiens.

"Nach dem Eintreffen am Unglücksort und der Untersuchung der Wrackteile können wir festhalten, dass das Flugzeug keinen Treibstoff mehr hatte", versicherte der für die nationale Flugsicherheit zuständige Sekretär Freddy Bonilla auf einer Pressekonferenz. 71 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.

"Keine Antwort mehr"

Zuvor hatte der Sender W Radio darüber berichtet. Demnach bat der Pilot wegen eines "totalen elektrischen Versagens" und mangelnden Treibstoffs mehrmals um Landeerlaubnis. Das belege eine Aufnahme aus dem Tower.

Ein zwölfminütiger Mitschnitt dokumentiere den dramatischen Funkverkehr zwischen dem Piloten und dem Tower des kolumbianischen Flughafens bei Medellín. "Wir brauchen Priorität bei der Landung, uns wird ein Treibstoffproblem angezeigt", sagt der Pilot auf der Aufnahme.

Dann werden die Meldungen immer verzweifelter, das Flugzeug verliert zwölf Kilometer vor dem Flughafen an Höhe: "Vectores, Vectores, Señorita", ruft der Pilot der Frau im Tower zu. Da scheinbar die Elektronik nicht mehr funktioniert, bitte er dringend um eine Navigation Richtung Landepiste. Dann bricht der Kontakt ab, eine Stimme sagt: "Keine Antwort mehr."

Auch Überlebende berichtete von Treibstoffmangel 

Der Sender W Radio erklärte nicht, wie er an die Aufnahme gelangt sein will. Das Material scheint aber Angaben zu bestätigen, die sowohl der Pilot eines anderen Flugzeugs in der Nähe als auch eine überlebende Stewardess gemacht hatten.  

Die bolivianische Stewardess hatte die letzten Augenblicke folgendermaßen geschildert: "Wir hatten keinen Treibstoff mehr. Das Flugzeug hat sich ausgeschaltet."  

71 Menschen ums Leben gekommen 

Bei dem Absturz waren am Montagabend (Ortszeit) in den kolumbianischen Anden nahe der Millionenstadt Medellín 71 der 77 Insassen ums Leben gekommen. An Bord war fast die gesamte Mannschaft des brasilianischen Fußball-Erstligisten Chapecoense. 21 Journalisten aus Brasilien reisten mit dem Team. 

Die Unglücksmaschine war am Abend in Santa Cruz in Bolivien gestartet und sollte die Spieler zum Finale des Südamerika-Cups gegen Atlético Nacional bringen. Nachdem die Crew einen Notruf abgesetzt hatte, verschwand das Flugzeug kurz vor 22 Uhr vom Radar. Nur sechs Menschen überlebten den Absturz.   

Fußballmärchen jäh gestoppt 

In der Heimat der Getöteten herrschte tiefe Trauer. Tausende Brasilianer gedachten in Chapecó, dem Heimatort des Fußballclubs, der Todesopfer. Chapecoense befand sich mitten in einer Bilderbuchsaison. Die Mannschaft war 2014 erstmals seit den 1970er Jahren ins brasilianische Oberhaus aufgestiegen. Vergangene Woche schaffte es den Einzug in das Finale der Copa Sudamericana.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte "mit großer Bestürzung" auf das Flugzeugunglück. "Ich spreche Ihnen und dem brasilianischen Volk, auch im Namen meiner Landsleute, meine tiefempfundene Anteilnahme aus", schrieb Merkel in einem Kondolenztelegramm an den brasilianischen Staatspräsidenten Michel Temer.

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