Schäden durch "Burglind"

Noch keine Entwarnung nach dem Sturm

04.01.2018, 17:12 Uhr

Burglind hält Deutschland weiter in Schach (Screenshot: Reuters)

Überflutete Häuser, mehrere Tote, Hunderttausende ohne Strom: Das Sturmtief "Burglind" ist über Europa gezogen. Es drohen noch weitere Schäden.

Das erste Sturmtief des neuen Jahres ist mit großer Wucht über weite Teile Deutschlands gefegt. "Burglind" brachte am Mittwoch orkanartige Böen von mehr als 120 Kilometer pro Stunde und peitschenden Regen. Im Nordschwarzwald wurden sogar 159 Kilometer pro Stunde gemessen – was einem extremen Orkan entspricht.

Von Verletzten durch "Burglind" in Deutschland ist bislang nichts bekannt. In den französischen Alpen kam aber ein Mensch ums Leben. Im Baskenland in Spanien starb ein Paar, als es an einem Deich von einer riesigen Welle erfasst wurde.

NACHRICHTEN DES TAGES

Kurdische Kämpfer in Rakka: Die YPG befreite die Stadt vom Islamischen Staat – nun wird sie von Assad gegen die Türkei unterstützt.

Polens Ministerpräsident Morawiecki: "Das Blut von Millionen Juden schreit aus der Erde Polens über diese Verzerrung der Geschichte und die Flucht vor der Schuld", sagt ein israelischer Oppositioneller.

Der Journalist Deniz Yücel: Er hat Deutschland bereits wieder verlassen.

Russlands Präsident Wladimir Putin: Einer seiner angeblichen Chef-Propagandisten wird nun von US-Behörden angeklagt.

Außenminister Sigmar Gabriel: Deniz Yücel ist zurück in Deutschland – und macht damit auch eine "lahme Ente" wieder flott.

AfD-Politiker Dubravko Mandic sammelt für seine Verteidigung, Nathan Mattes will seine Anti-AfD-Seite verteidigen.

Für Briten wird der deutsche Pass aus Angst vor dem Brexit immer begehrter.

Die Entscheidung des Königs wurde vom Nachfolgeausschuss des Landes mit 31 von 34 Stimmen bestätigt.

Unter den Relikten befinden sich unter anderem Messer, Degen, Büsten von Adolf Hitler und sogar eine Box mit Mundharmonikas.

Nicht nur Deutschland war betroffen

Vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands waren Straßen blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Im Fernverkehr gab es Einschränkungen vor allem in Westdeutschland. Bis zum Mittag waren aber alle Strecken im Fernverkehr wieder frei. Einzelne Störungen im Regionalverkehr vor allem in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Bahn aber noch nicht behoben.

Auf Deutschlands höchstem Berggipfel, der Zugspitze, fuhr die Zahnradbahn nicht. Das Skigebiet Garmisch-Classic blieb geschlossen. Wegen herumfliegender Bandenteile und Werbebanner musste die vierte Etappe der "Tour de Ski" der Langläufer in Oberstdorf vorzeitig beendet werden. Nach dem Prolog der Damen wurde der Wettbewerb abgebrochen.

In Cuxhaven wurde die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurückfliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel.

Nicht nur Deutschland war vom Sturm betroffen: In der Schweiz wehte eine Böe einen Zug vom Gleis. Mehrere Menschen wurden verletzt. In einem Skigebiet saßen mehrere Sportler in einer Gondel fest. In Frankreich waren zwischenzeitlich 225.000 Haushalte ohne Strom. Auch in Irland und Großbritannien waren Tausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. In den niederländischen Küstengebieten wurden zum ersten Mal alle fünf Sturmflutwehre geschlossen. "Das hat es noch nie zuvor gegeben", twitterte die niederländische Wasserbehörde.

Gefahr umstürzender Bäume bleibt groß

Auch in den kommenden Tagen können die Nachwirkungen des Sturms noch Probleme machen.

Regen- und Schmelzwasser können vor allem in Südwestdeutschland Hochwasser verursachen. In Köln wurde die Hochwassermarke I überschritten, bei der Schiffe ihre Geschwindigkeit reduzieren müssen. Die Stadt wappnet sich gegen drohende Überflutungen durch Hochwasser im Rhein.

Der Deutsche Wetterdienst warnte besonders vor umstürzenden Bäumen, die im durchnässten Boden nur noch wenig Halt haben. In Wäldern solle man sich daher lieber nicht aufhalten. Es könne noch bis in die Nacht zum Donnerstag gefährliche Sturmböen geben.

Auch in den Bergen droht Gefahr: In der Schweiz gilt die Lawinengefahr als sehr hoch.

Wie der Sturm zu seinem Namen kam

Zu seinem Namen kam das Sturmtief "Burglind", weil sich eine Berliner Meteorologin selbst ein Geschenk machen wollte. Das Institut für Meteologie der Freien Universität Berlin, an dem die Frau arbeitet, vergibt seit 1954 Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete.

In diesem Jahr bekommen die Tiefs weibliche Namen, die Hochs männliche. Für 199 Euro kann man ein Tiefdruckgebiet benennen. Begonnen wird am Jahresanfang immer mit "A". Dann geht es in alphabetischer Reihenfolge weiter. "Burglind" ist bereits das Tief "Alja" vorausgegangen. Das erste Hoch des Jahres wird "Adam" heißen.

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