17.03.2011, 13:33 Uhr | dpa, AFP
Der wegen hundertfachen Missbrauchs seiner Töchter angeklagte Detlef S. vor dem Landgericht in Koblenz (Foto: dapd)
Im Prozess um hundertfachen Kindesmissbrauch im Westerwaldort Fluterschen hat der Staatsanwalt 14 Jahre und sechs Monate Haft für den angeklagten Familienvater gefordert. Zudem beantragte er eine anschließende Sicherungsverwahrung. "Er hat eine intensive Neigung zu sexuellen Übergriffen auf Kinder und ist daher auch für die Allgemeinheit gefährlich", sagte der Staatsanwalt vor dem Landgericht Koblenz über den Angeklagten.
Der 48-Jährige soll seine leibliche Tochter, eine Stieftochter und deren Zwillingsbruder jahrelang missbraucht haben. Die Übergriffe auf seine Tochter hatte er während des Prozesses eingeräumt und zugegeben, sieben Kinder mit seiner Stieftochter gezeugt zu haben. Detlef S. soll die beiden Mädchen auch für Sex an fremde Männer verkauft haben.
Der Staatsanwalt sagte in seinem Schlussvortrag, die Opfer des Angeklagten seien "schwer traumatisiert". "Sie werden ihr ganzes Leben lang unter den Taten des Angeklagten leiden." Alle Opfer bräuchten "dringend therapeutische Unterstützung". Die Anklage betrachtete es als erwiesen, dass die Stieftochter erstmals im Alter von zwölf Jahren von S. missbraucht wurde, die Tochter im Alter von neun Jahren.
Das Urteil wird voraussichtlich am Dienstag (22. März) gesprochen. Ein Gutachter hatte dem Angeklagten eine destruktive Persönlichkeit bescheinigt, ein durchgängig antisoziales Verhalten als Erwachsener. Er habe auch eine niedrige Aggressionsschwelle.
Quelle: dpa, AFP
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