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Fall Barschel: Wichtigstes Beweisstück ist verschwunden

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Wichtigstes Beweisstück im Fall Barschel verschwunden

28.09.2011, 15:28 Uhr

Fall Barschel: Wichtigstes Beweisstück ist verschwunden. Der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein bei seinem berüchtigten Ehrenwort (Quelle: dpa)

Der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein bei seinem berüchtigten Ehrenwort (Quelle: dpa)

Der Tod des unter mysteriösen Umständen gestorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel, gibt weiterhin Rätsel auf. Jetzt ist das wichtigste Beweisstück der Ermittler spurlos verschwunden. Das berichtete die Onlineausgabe der "Welt".

Es handelte sich um ein Haar, das im Hotelbett des CDU-Politikers sichergestellt worden war. Eine DNA-Analyse sollte eigentlich zur Aufklärung des ungeklärten Todesfalls beitragen. Damit könnte sich nach den Recherchen der Zeitung der Politkrimi zu einem Justizskandal ausweiten.

DNA-Test sollte Hinweise liefern

Laut einer Analyse des wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich stammte das sichergestellte Haar nicht von Barschel. Es war geplant, das genetische Material aus dem Haar mit der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes abzugleichen. Dazu sei das Beweisstück von Lübeck, wo die Staatsanwaltschaft von 1994 bis 1998 ein Verfahren wegen des Verdachts des Mordes an dem Ministerpräsidenten geführt hatte, an das Landeskriminalamt nach Kiel geschickt worden. Doch als die Aufbewahrungstüten ankamen, waren sie leer, berichtete die "Welt".

"Derzeit prüfen wir, wer Zugang zu den Asservaten hatte. Noch haben wir keine Erklärung, wie das Haar verschwinden konnte", sagte der Oberstaatsanwalt. Um den Tod des Politikers hatte es immer wieder Spekulationen gegeben. Nun stelle sich die Frage, ob es sich bei der folgenschweren Panne wirklich nur um einen Zufall handelt.

Professionelle Auftragsmörder am Werk?

Der ehemalige Leiter der Staatsanwaltschaft Lübeck und damalige Chefermittler im Fall Barschel, Heinrich Wille, ist davon überzeugt, dass Barschel von professionellen Mördern umgebracht wurde. Im November vergangenen Jahres veröffentliche die "Welt am Sonntag" ein neues Gutachten des renommierten Schweizer Toxikologen Hans Brandenberger, in dem dieser den israelischen Geheimdienst Mossad verdächtigt, Barschel umgebracht zu haben.

Das Gutachten hatte die Staatsanwaltschaft Lübeck schließlich dazu veranlasst, die Wiederaufnahme der Ermittlungen noch einmal zu überprüfen.

Uwe Barschel war am 11. Oktober 1987 in der Badewanne seines Zimmers in einem Genfer Hotel tot aufgefunden worden. Nach dem offiziellen Ermittlungsergebnis starb er durch Selbstmord.

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