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Fall Trayvon Martin: Todesschütze von Florida wird doch angeklagt

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Todesschütze von Florida wird doch angeklagt

12.04.2012, 14:23 Uhr | dapd, AFP

Florida: Mordanklage gegen Todesschützen (Foto: dpa) Florida: Mordanklage gegen Todesschützen

Juristisches Nachspiel für George Zimmerman nach tödlichen Schüssen in einer Wohnanlage.

Nach wochenlangen Protesten muss sich in den USA ein Mitglied einer Bürgerwehr wegen der Tötung des 17-jährigen Afroamerikaners Trayvon Martin nun doch vor Gericht verantworten. Nach Angaben der Sonderermittlerin Angela Corey wurde jetzt Anklage wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz erhoben. Im Falle einer Verurteilung droht dem 28-jährigen George Zimmerman damit eine lebenslange Haftstrafe.

Der Beschuldigte sei in ein Gefängnis im US-Staat Florida gebracht worden, nachdem er sich den Behörden gestellt habe, sagte Corey. Es wird erwartet, dass er noch am Donnerstag dem Richter vorgeführt wird.

Nach Angaben seines Anwalts will er auf nicht schuldig plädieren. Sein Mandant habe Ende Februar aus Notwehr auf den 17-Jährigen geschossen, sagte der Mark O'Hara.

Rassismus-Debatte flammt auf

Die Tod Martins in einer geschlossenen Wohnanlage in der Kleinstadt Sanford hatte in den USA eine neuerliche Debatte über Rassismus und lasche Waffengesetze ausgelöst. Der Todesschütze war bisher nicht festgenommen worden, weil ein Gesetz in Florida die Nutzung von Waffen zur Selbstverteidigung erlaubt.

Der Anwalt von Martins Familie warf Georg Z. vor, den Jugendlichen kaltblütig ermordet zu haben. Die Eltern des getöteten Jungen brachten den Fall mit einer Online-Kampagne an die Öffentlichkeit. Sie werfen den Behörden vor, nicht angemessen ermittelt zu haben, weil ihr Sohn schwarz und der Schütze weiß gewesen seien.

US-Präsident schaltet sich ein

Dass der bekannte Täter frei herumlaufen konnte, sorgte landesweit für Empörung. Selbst Präsident Barack Obama äußerte sein Bedauern: "Wenn ich einen Sohn hätte, dann würde er aussehen wie Trayvon", sagte er.

Zehntausende Menschen hatten in den vergangenen Wochen bei Demonstrationen die Festnahme von George Z. gefordert. Mehr als 2,5 Millionen Menschen unterschrieben eine Petition mit der Forderung nach Gerechtigkeit in dem Fall.

Familie des Opfers ist erleichtert

"Wir wollten ganz einfach eine Festnahme - nicht mehr und nicht weniger - und wir haben sie bekommen, und ich sage 'Danke'" sagte Trayvon Martins Mutter Sybrina Fulton nach der Bekanntgabe der Anklage. "Ein Herz hat keine Farbe. Es ist nicht schwarz, es ist nicht weiß, es ist rot" betonte Fulton, bevor sie in Tränen ausbrach.

Zimmermans Anwalt O'Mara sagte, der 28-Jährige befürchte, keinen fairen Prozess zu bekommen. Sonderstaatsanwältin Corey betonte dagegen, die Staatsanwaltschaft handle nicht auf Grund von öffentlichem Druck. Wie in jedem anderen Fall werde auf Grundlage von Fakten und der Gesetze des Bundesstaates Anklage erhoben.

Das FBI ermittelt

Der Tod Martins beschäftigt auch die Bundespolizei FBI sowie das Justizministerium in Washington, das vor drei Wochen die Prüfung eines möglichen rassistischen Motivs von George Z. eingeleitet hatte. Nach Angaben von Justizminister Eric Holder reisten ranghohe Mitarbeiter seiner Behörde im Rahmen der Untersuchung nach Sanford und trafen dort auch mit Trayvon Martins Familie zusammen.

Der Fall spaltet die USA: Laut einer Umfrage der "Washington Post" glauben 80 Prozent der Schwarzen, aber nur 38 Prozent der Weißen, dass die Tötung des Jungen ungerechtfertigt war.

Quelle: dapd, AFP

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