17.04.2012, 10:52 Uhr | dpa, AFP
Ein Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik ist für befangen erklärt worden. Seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Sommer könne "das Vertrauen in ihn als Richter schwächen", sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen.
Der 33 Jahre alte Schöffe hatte zugegeben, nach den Anschlägen im Sommer 2011 einen Artikel der Zeitung "VG" im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten kommentiert zu haben: "Die Todesstrafe ist das einzig gerechte in diesem Fall!"
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten gefordert, dass er vom Prozess ausgeschlossen wird. Ein Ersatzschöffe rückt nun auf.
Das Gericht hatte bereits im Vorfeld des Prozesses zwei der fünf berufenen Laienrichter ausgeschlossen. Ein Mann wurde für befangen erklärt, weil sein Sohn Mitglied der sozialdemokratischen Jugend AUF ist. Die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei war eines der Hauptziele von Breiviks Attentaten.
Am zweiten Prozesstag in Oslo wird erwartet, dass sich der 33-Jährige zu den Motiven für seine Taten äußern wird. zum Video
Der Angeklagte Breivik soll sich am zweiten Prozesstag erklären und die Motive für seine Attentate vom vergangenen Sommer darlegen. Der 33-Jährige muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten. Ihm werden Terrorismus und vorsätzlicher Mord vorgeworfen.
Quelle: dpa, AFP
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