30.11.2012, 12:45 Uhr | AFP
Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sich einem Medienbericht zufolge außergerichtlich mit dem Zimmermädchen geeinigt, das ihn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung auf Schadensersatz verklagt hat. Seine Anwälte indes bezeichnen die Meldung als "frei erfunden".
Sechs Millionen Dollar - umgerechnet rund 4,6 Millionen Euro - will Strauß-Kahn an Nafissatou Diallo zahlen, berichtet die französische Zeitung "Le Monde". Damit soll eine außergerichtliche Einigung im Zivilverfahren um angeblich erzwungenen Sex erzielt werden. Die Anwälte von Strauss-Kahn bezeichneten die Informationen der Zeitung allerdings als "frei erfunden und falsch". Dabei blieb jedoch unklar, auf welche Informationen der Zeitung sich das Dementi genau bezieht.
Die beiden Kontrahenten hätten sich "im Stillen" auf die Einstellung des Zivilverfahrens verständigt, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise. Die Einigung sei aber noch vorläufig, der Vergleich noch nicht unterzeichnet.
Über die genauen Einzelheiten der Einigung ist noch nichts bekannt. Diallo hatte eine Entschädigung in nicht genannter Höhe gefordert. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte das Zimmermädchen im Gegenzug wegen Verleumdung auf Schadenersatz verklagt.
Strauss-Kahn war Mitte Mai 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und wegen versuchter Vergewaltigung und erzwungenen Oralverkehrs angeklagt worden. Im Zuge der Affäre musste der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten von der IWF-Spitze weichen und seine Ambitionen auf das Präsidentenamt in Frankreich begraben. Dass es zu einem sexuellen Kontakt Strauss-Kahns mit dem Zimmermädchen im Sofitel im Herzen Manhattans gekommen war, gilt als erwiesen. Der 63-Jährige spricht jedoch von einvernehmlichem Sex.
Ende August 2011 stellte die US-Justiz die Strafverfolgung wegen Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit ein. Die von der Hotelangestellten angestrengte Zivilklage gegen Strauss-Kahn blieb davon aber unberührt. Im vergangenen Mai hatte ein New Yorker Gericht grünes Licht für einen Zivilprozess gegen den Franzosen gegeben. Das Verfahren machte seitdem aber keine Fortschritte.
Quelle: AFP
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