29.01.2013, 10:21 Uhr | t-online.de, dapd, dpa
Über neun Tage wüteten die Flammen, fast 1000 Häuser brannten nieder - zehntausende Kalifornier waren 2003 vor dem Waldbrand auf der Flucht. Fünf Menschen brachte das Chaos um den Brand den Tod: die meist älteren Menschen starben an Herzinfarkten. Jetzt hat ein Gericht in Kalifornien den Brandstifter zum Tode verurteilt.
Bei dem Prozess waren die Geschworenen zu dem Schluss gekommen, dass Rickie Lee Fowler die Flammen absichtlich legte, als er an einem windigen und heißen Tag eine brennende Fackel ins trockene Gebüsch warf. Der Tod der fünf Anwohner im Alter von 54 bis 93 Jahren an Herzversagen wurde direkt mit den Bränden in Verbindung gebracht.
Das Gericht folgt damit der Entscheidung einer Jury, die sich bereits im vorigen September für die Höchststrafe ausgesprochen hatte. Der mittlerweile 31-jährige Rickie Lee Fowler war der Justiz kein Unbekannter: Bereits zuvor war er mehrfach wegen Misshandlung von Frauen und Drogenbesitzes straffällig geworden, wie die "Los Angeles Times" berichtet.
Auch sonst zeigte sich der Angeklagte als unangenehmer Zeitgenosse: Einen Zellengenossen soll er zum Sexsklaven degradiert haben.
Für das Urteil wegen Brandstiftung mit Todesfolge spielte das jedoch zumindest offizielle keine Rolle: "Die Beweislast gegen Fowler war immens. Ich hoffe das Urteil bringt den Opfern und Betroffenen etwas Frieden", sagte Staatsanwalt Bullock nach der Urteilsverkündung.
Die Ermittler hatten Fowler bereits kurz nach dem Brand befragt, jedoch nicht genügend Beweise für eine Festnahme zusammengetragen. Ein Zeuge soll Fowler und einen weiteren Verdächtigen, Martin Valdez, dabei beobachtet haben, wie sie das Feuer gelegt haben. Gegen Valdez konnte nicht weiter ermittelt werden: Er wurde 2006 erschossen aufgefunden.
Fowler soll das Feuer aus Rache gelegt haben: Kurz zuvor hatte sein Patenonkel Fowler auf die Straße gesetzt.
Der Waldbrand hatte die Gemüter der Menschen in den betroffenen Bezirken sehr erhitzt. Nur wenige Monate später fegte ein Erdrutsch über die abgebrannten Hänge, vierzehn Menschen starben. Fowlers Anwalt bezichtigte die Ankläger, nur nach einem "Sündenbock" für die verheerende, aber nicht ausschließlich von Menschen verursachte Brand-Katastrophe zu suchen.
Laut "Los Angeles Times" gibt es zudem es Indizien, dass Fowler zur Tatzeit bei einem Freund gewesen sein soll.
Doch nicht nur deshalb ist das Urteil umstritten: Rechtsexperten hatten bereits nach der Empfehlung der Geschworenen darauf hingewiesen, dass die Todesstrafe womöglich nicht angemessen sei. Es sei die Frage, ob der Mann habe voraussehen können, dass fünf Personen sterben würden.
Die Todesstrafe wird in Kalifornien verhältnismäßig selten vollstreckt. Als sich im vergangenen November bei einem Volksentscheid eine knappe Mehrheit der kalifornischen Wähler für die Beibehaltung von Hinrichtungen aussprach, saßen dort 726 Menschen in Todeszellen.
Seit 1978 waren in dem US-Bundesstaat tatsächlich 13 Verurteilte hingerichtet worden. Ob jemals ein Brandstifter unter den Exekutierten war, ist nicht bekannt.
Quelle: t-online.de, dapd, dpa
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