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Koch-Mehrin: Plagiat war keine Bagatelle

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Doktortitel-Streit: Plagiat von Koch-Mehrin war keine Bagatelle

28.03.2013, 17:15 Uhr | dapd, dpa

Koch-Mehrin: Plagiat war keine Bagatelle. Koch-Mehrin, Plagiatsaffäre, Verwaltungsgericht Karlsruhe (Quelle: dapd)

Silvana Koch-Mehrin hat bei ihrer Doktorarbeit "wiederholt und planmäßig" getäuscht. (Quelle: dapd)

Die FDP-Politikerin Koch-Mehrin ist zu Recht ihren Doktor-Titel los, meint das Verwaltungsgericht Karlsruhe. Nach dessen Feststellung hat die Politikerin wiederholt und planmäßig getäuscht. Der Streit ist damit aber noch nicht zu Ende.

Das Gericht bestätigt in seiner schriftlichen Urteilsbegründung die Entscheidung der Universität Heidelberg aus dem Jahr 2011. Die Hochschule habe völlig zu Recht gehandelt. Eine grundsätzlich denkbare Bagatellschwelle sei in diesem Fall bei Weitem überschritten worden, schreibt das Gericht.

"Wiederholt und planmäßig" getäuscht

Die Politikern habe nicht nur einzelne Sätze, sondern erhebliche, teilweise mehrseitige Passagen - zum Teil samt Fußnoten - aus fremden Texten übernommen, ohne dies hinreichend kenntlich zu machen. Dies lasse den Schluss zu, dass die Klägerin "wiederholt und planmäßig" getäuscht habe.

Koch-Mehrin kann gegen das Urteil innerhalb eines Monats Berufung beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg einlegen.

Nur Teilgeständnis von Koch-Mehrin

Die Universität Heidelberg hatte der EU-Parlamentarierin im Juni 2011 den Titel aberkannt. Bei der Überprüfung ihrer Doktorarbeit über die "Lateinische Münzunion 1865-1927" hatte der Kommissionsausschuss auf 80 Seiten 125 Plagiate gefunden.

Die 42 Jahre alte Politikerin hatte "Mängel an Quellennachweisen" eingestanden, aber darauf verwiesen, dass diese bereits bei der Abgabe ihrer Arbeit vor 13 Jahren bekannt gewesen seien. Koch-Mehrins Anwalt, Christian Birnbaum, hatte bei der Aberkennung des Titels durch die Uni auch Verfahrensfehler gerügt.

Auch das Verfahren war rechtens

Das Verwaltungsgericht konnte hingegen keine formalen Fehler erkennen. Der Promotionsausschuss sei ordnungsgemäß zusammengesetzt gewesen. Auch in der Sache wies das Gericht die Einwände der Klägerin gegen den Plagiatsvorwurf zurück. Der Hinweis auf umfangreiche eigene Recherchen und darauf, dass zentrale Ergebnisse der Arbeit auf ihrer eigenen wissenschaftlichen Leistung beruhten, müsse nicht beachtet werden.

Aus Sicht des Gerichts hat der Promotionsausschuss ausreichend mildere Mittel als den Entzug des Doktortitels geprüft, etwa die Chance auf Nachbesserung der Arbeit.

Er habe die öffentlichen Interessen an der Entziehung des Doktorgrades höher bewertet habe als die erheblichen Nachteile, die die Entscheidung für die Klägerin beruflich und gesellschaftlich nach sich ziehe. Das sei rechtlich nicht zu beanstanden, so die Richter in ihrer Urteilsbegründung.

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