23.07.2013, 12:36 Uhr | AFP
Die Norwegerin Marte Dalelv kann nach einem viermonatigen Martyrium in Dubai wieder lachen (Quelle: AFP)
Marte Dalelv stellte Anzeige wegen Vergewaltigung in Dubai und wurde selbst festgenommen. Erst vier Monate später folgte die Begnadigung. Doch auch der mutmaßliche Täter wurde aus der Haft entlassen.
Dalelv habe ihren Reisepass zurückbekommen und werde das Land schnellstmöglich verlassen, sagte die 24-jährige Marte Dalelv in Dubai. Sie hatte ihren Chef im März wegen Vergewaltigung angezeigt, doch aus dem mutmaßlichen Opfer wurde eine Täterin: wegen Sex außerhalb der Ehe, Alkoholkonsums und Meineid drohten ihr plötzlich 16 Monate Haft.
"Ich bin sehr, sehr glücklich", sagte Dalelv lächelnd bei einer Pressekonferenz in einem norwegischen Kulturzentrum in Dubai, nachdem ihr während einer Anhörung ihre Begnadigung mitgeteilt worden war. Jetzt wolle sie den streng muslimischen Golfstaat "so schnell wie möglich" verlassen.
Ihr sudanesischer Chef wurde wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs und Alkoholkonsums zu 13 Monaten Haft verurteilt. Auch er sei nun begnadigt worden, teilte Dalelvs Anwalt Mahmud Asab mit.
Nach ihrer Anzeige im März war Dalelv sofort festgenommen worden. Vier Tage später wurde sie auf Drängen norwegischer Diplomaten freigelassen. Seitdem lebte sie in dem norwegischen Kulturzentrum in Dubai und wartete auf das Urteil. Die Organisation Awaas sammelte mehr als 72.000 Unterschriften für ihre Freiheit.
Dalelv hatte Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Auch Norwegens Außenminister Espen Barth Eide reagierte ungehalten: "Es wirkt sehr befremdlich, wenn jemand eine Anzeige wegen Vergewaltigung einreicht und dann für etwas verurteilt wird, das in unserem Teil der Welt nicht einmal strafbar ist", sagte der Chefdiplomat.
Eine Abberufung der norwegischen Botschafterin schloss das Außenministerium aber aus, um Dalelvs Lage nicht weiter zu erschweren. Nach ihrer Begnadigung twitterte Eide: "Marte wurde freigelassen! Danke an all diejenigen, die ihre Hilfe angeboten haben."
Eine Sprecherin des Außenministeriums in Oslo sagte der Nachrichtenagentur AFP, Dubais Machthaber Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum habe die Ausländerin begnadigt. Sie werde nun "in Kürze heimreisen". Der norwegische Staat hatte zuvor bereits die Anwaltskosten der jungen Frau in Höhe von rund 7000 Euro übernommen.
Die norwegische Botschaft in den Emiraten teilte mit, Dalelv sei frei abzureisen, wann sie wolle, und dürfe auch jederzeit in die Vereinigten Arabischen Emirate zurückkehren. Der "sehr fruchtbare Dialog" zwischen Norwegen und den Emiraten habe zu diesem Ergebnis geführt.
Dalelvs Arbeitgeber Al Mana Interiors hatte die Norwegerin entlassen. Unternehmensvertreter hätten mit ihr Tage auf der Polizeiwache verbracht, um sie "in diesem Martyrium" zu unterstützen, hieß es in einer Erklärung, die Al Mana einige Stunden vor Dalelvs Begnadigung veröffentlichte.
"Erst als Frau Dalelv die positiv verlaufenden und konstruktiven Gespräche über ihren Beschäftigungsstatus ablehnte und die Kommunikation mit ihrem Arbeitgeber einstellte, war das Unternehmen gezwungen, die Beziehung zu ihr zu beenden", hieß es weiter. Ihre Entlassung habe nichts mit den Vergewaltigungsvorwürfen zu tun.
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23.07.2013, 12:36 Uhr | AFP
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