29.07.2013, 17:30 Uhr | dpa
Ein Berliner, der den Tod seiner Mutter verheimlichte, muss sich nun in einem Mordprozess verantworten (Quelle: imago / Olaf Wagner)
Dass er die Leiche seiner Mutter in einem Wohnwagen versteckt und ihre Rente kassiert hat, gibt ein 39-jähriger Berliner zu. Im Mordprozess bestreitet er trotz kruder Umstände jedoch, die 76-Jährige aus Habgier ermordet zu haben. "Sie ist eines natürlichen Todes gestorben", sagte der Sohn vor dem Berliner Landgericht.
Er verheimlichte aber den Tod seiner Mutter und behielt die für sie bestimmte Rente von Mai 2011 bis Anfang 2013 für sich. Eine Erklärung für sein unmoralisches Handeln hatte der Langzeit-Arbeitslose auch parat: "Ich wusste nicht, wovon ich leben sollte." Auch habe er Schulden begleichen und seine zehn Katzen versorgen müssen. "Das hätte ich von Hartz IV nicht bezahlen können", sagte der Mann aus dem Stadtteil Spandau.
Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus Habgier aus. Der Sohn habe seine Mutter am 2. Mai 2011 erstickt, "um in der Folgezeit die Rente der Getöteten allein für sich zu verwenden", verlas die Anklägerin. Der Mann habe auch Unterschriften gefälscht, Sozialleistungen beim zuständigen Jobcenter für sich beantragt und seit April 2012 mehr als 7000 Euro erschlichen.
Der Angeklagte wies den Hauptvorwurf vehement zurück. "Sie lag tot auf dem Bett, als ich nach Hause kam", sagte er. Der Tod seiner Mutter habe ihn völlig entsetzt, er habe keinen klaren Gedanken fassen können.
Seine Mutter habe zuvor kaum über ihren Gesundheitszustand gesprochen. Er erzählte aber auch, dass sie sich zuletzt immer "mehr mit dem jenseitigem Leben" befasst habe. "Sie hatte sich in den letzten Jahren sehr zurückgezogen und war verschlossen." Seit ihrer Scheidung im Jahr 1999 habe er wieder mit ihr zusammengelebt.
Nach Darstellung ihres Sohnes soll die Rentnerin zwei bis drei Tage vor ihrem Tod einen epileptischen Anfall erlitten haben. Für ihn sei das nicht neu gewesen, sagte der Mann. "Wie bei früheren Anfällen hielt ich sie fest, sie fiel dann in einen komaähnlichen Schlaf." Das verunsicherte ihn offenbar nicht weiter.
Als er sie "eiskalt" im Bett fand, sei er nicht auf die Idee gekommen, einen Arzt zu holen. Seine Mutter sei auch nicht mehr krankenversichert gewesen und habe Hilfe durch Mediziner abgelehnt.
Die Polizei war dem Sohn durch einen Hinweis einer Bekannten auf die Spur gekommen. Gegenüber der 53-Jährigen soll er die Tat angedeutet haben. Sie sei nach Gesprächen mit ihm davon ausgegangen, dass er seiner Mutter "beim Sterben geholfen hat", sagte die Zeugin.
29.07.2013, 17:30 Uhr | dpa
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