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    Oscar Pistorius wegen Mordes angeklagt: Tränen im Gericht

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    Offiziell angeklagt  

    Oscar Pistorius weint vor Gericht

    19.08.2013, 15:37 Uhr | AP

    Oscar Pistorius wegen Mordes angeklagt: Tränen im Gericht. Einst umjubelter, nun gefallener Held: Oscar Pistorius muss sich wegen Mordes verantworten (Quelle: dpa)

    Einst umjubelter, nun gefallener Held: Oscar Pistorius muss sich wegen Mordes verantworten (Quelle: dpa)

    Das Drama um Oscar Pistorius, den gefallenen Leichtathletik-Helden, geht in eine neue Runde: Der südafrikanische Sprinter ist seit Montag offiziell wegen Mordes an seiner Freundin angeklagt. Er erscheint nur wenige Minuten vor dem Gericht in Pretoria. Der Rummel ist wieder einmal riesig. Umringt von seiner Familie weint Pistorius plötzlich. Nur wenige Meter entfernt sitzen die Angehörigen der getöteten Reeva Steenkamp, die an diesem Tag 30 Jahre alt geworden wäre.

    Dass er auf sie geschossen hat, ist unstrittig, die Hintergründe muss das erst im nächsten Jahr beginnende Verfahren klären. Oscar Pistorius sorgt schon jetzt für eine Szene zwischen echter Emotion und Inszenierung: Mit seinem Bruder Carl und seiner Schwester Aimee steht er händehaltend im Gerichtssaal, die Augen sind geschlossen, Gebete werden gesprochen. Dann beginnt der beinamputierte Sprinter zu weinen. Carl reicht ihm ein Taschentuch, Aimee streichelt seinen Arm. Ein Verwandter kommt, umarmt den 26-Jährigen und sagt: "Sei stark!"

    Drama zum Valentinstag

    Ähnliche Aufmunterungen wird erst recht jeder gebrauchen, der Steenkamp nahestand. Oscar Pistorius soll das blonde Model in der Nacht zum Valentinstag vorsätzlich durch die Badezimmertür erschossen haben. Ihr Geburtstag ist ein Gedenktag - vor Gericht.

    Festgehalten werden all diese Emotionen und Regungen minutiös von Hunderten Kameraleuten und Fotografen. "Sie haben gegafft, als wären sie in einem Zoo", sagt ein Augenzeuge. Eins ist sicher: Das Interesse am tiefen Sturz des "Blade Runners" reißt nicht ab. Vor allem in seiner südafrikanischen Heimat kommt der Sportler, der mit seinen Hightech-Karbon-Prothesen bei Paralympischen Spielen sechs Goldmedaillen gewonnen hatte, nicht aus den Schlagzeilen.

    Der Angeklagte murmelt leise

    "Wie geht es Ihnen?", fragt Richter Desmond Nair. Fast elf Wochen sind seit der letzten Anhörung Anfang Juni vergangen. "Den Umständen entsprechend, Sir", murmelt Pistorius. Dann hält er den Kopf gesenkt und schaut nur kurz auf, wenn der Richter ihm Fragen stellt.

    Sein Schicksal wird sich in einem guten halben Jahr entscheiden. Vom 3. bis 20. März soll der Mordprozess dauern, an dessen Ende feststehen wird, ob Pistorius die kommenden Jahre in Freiheit oder hinter Gefängnismauern verbringt. Im schlimmsten Fall droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

    Vorsatz oder Notwehr?

    Die Liste der Zeugen der Anklage ist lang. Darauf finden sich unter anderem Steenkamps langjähriger Freund Warren Lahoud sowie Pistorius' Ex-Freundin Samantha Taylor. Der Sportler soll einmal bei einer Autofahrt mit ihr durch das offene Sonnendach geschossen haben - der Staatsanwaltschaft zufolge ein Zeichen dafür, dass er stets recht unbekümmert mit Schusswaffen umging.

    Zudem gibt es laut Anklageschrift Zeugen, die in der verhängnisvollen Nacht zunächst eine Frau in Pistorius' Haus schreien hörten, bevor die Schüsse fielen. Der Sprinter sagt hingegen, er habe gedacht, es sei ein Einbrecher im Haus. Deshalb habe er durch die geschlossene Badezimmertür gefeuert.

    Steenkamp trafen drei der vier abgegebenen Schüsse in den Kopf, den Arm und die Hüfte. Sie war erst seit wenigen Monaten mit Pistorius zusammen. Für beide Familien begann in jener Nacht ein langer Leidensweg. "Reeva Steenkamp, Du bist immer in unseren Herzen", twitterte Carl Pistorius kurz nach der Anhörung.

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